Sonntag, 5. März 2017

Sharj und der Feuerkristall von Audrey Harings

Sharj und ihr Freund José finden sich in der Welt Luciera wieder. Schrecken und ewige Nacht herrschen auf dieser Welt, seit der Feuerkristall, der Luciera Licht und Wärme spendete, von den bösen Vampiren verdunkelt wurde. Die grünhäutigen Lucieren und die guten Vampire werden unterdrückt und bitten Sharj und José um Hilfe.
das Cover des Romans zeigt einen blauhäutigen Menschen unter Wasser mit einem grünen Drachen
Etwas psychedelisches Cover


Roman, 299 Seiten

Woher
Rezensionsexemplar von Grützner Literaturtest


Zusammenfassung

Dieser Roman ist der zweite von vier Bänden in der Sharj-Reihe, kann aber auch gut alleine gelesen werden. Denn wir erfahren, was bisher geschah:
Sharj wurde mit 15 Jahren zur Waise und lebt nun bei Pflegeeltern und einer Pflegeschwester. Während die Pflegeschwester Mona im Grunde sehr nett ist, verfolgen die Pflegeeltern den geheimen Plan, Sharj zu töten, um an ihr Erbe zu kommen.
Sharj und ihr Freund José haben im ersten Band dem Volk der Elfen geholfen und dafür vom Elfenkönig jeder einen Kompass geschenkt bekommen.



Auf Luciera flüchten Samira und Roma, zwei Lucieren, vor den Angriffen der bösen Vampire (die Dajanen) in eine Höhle. Hier begegnen sie Alma. Sie ist auch eine Vampirin, aber eine gute, die sich in Höhlen zurückgezogen hat und keine Lucieren jagt, stattdessen ein Pflanzenelixier trinkt. Beide Völker leiden unter den Dajanen und auch darunter, dass ihre Welt nun schon seit Jahren dunkel ist. Denn die Dajanen haben den Feuerkristall, der der Welt Licht und Wärme spendet, verdunkelt, damit sie die ganze Zeit jagen können.Alma zeigt Roma und Samira eine Felswand, auf der nach Auffassung von Alma eine Prophezeihung gemalt ist - dass ein Mädchen und ein Junge kommen und der Welt helfen werden. Alle drei bitten nun um Hilfe...

... und wie durch Zauberhand werden Sharj und José in diese Welt katapultiert, und dabei transformiert. Sharj wird zur Vampirin und was José ist, weiß noch niemand so genau.

Sharj und José sind bereit, Luciera zu helfen und ziehen los Richtung Feuerkristall, mit Alma und ihrer Mutter Escha.

Derweil gibt es auch Nebenhandlungen:
  • Josés Eltern sind bei einer Welpengeburt dabei
  • Mona und ihre Freundin Tina sind im Zeltlager; Mona wandelt sich von einer Schickse zu einer begeisterten Camperin
  • und Monas Eltern, also Sharjs Pflegeeltern, besuchen Tante Lillie; und beschließen spontan, sie mithilfe eines giftigen Parfüms zu töten, um an ihr Erbe zu gelangen


Persönlicher Eindruck

Vorbildliche Darstellung der Charaktere

Erstmal ein großes Lob an den Verlag zu den Bildern. Bis auf das Cover, das ich zuerst nicht ansprechend fand (ich fand es passend, als ich mit dem Buch fertig war), sind wirklich tolle Bilder im Buch. Besonders herausragend finde ich die Vorstellung der Charaktere jeweils mit Bild - das ist wirklich vorbildlich und habe ich bisher so noch nirgends gesehen. Man kann sich gut vorstellen, wie die Vampire und Lucieren und auch die Personen aussehen.
Tolle Bilder und große Schrift

Auch vor (fast) jedem neuen Kapitel gibt es ein großes, wirklich sehr hübsches Bild und unten sind die Personen dargestellt, die in dem Kapitel mitspielen. Auch das habe ich so noch nie gesehen, es ist wirklich total liebevoll gemacht und übersichtlich.

Ansonsten gehöre ich selber nicht zur Zielgruppe, ich denke, dass die Zielgruppe Kinder ab 8 bis Jugendliche ca. 12 bis max. 14 sind. Die Schrift ist ziemlich groß und hat einen großen Seitenabstand. Das ist für die beschriebene Zielgruppe wahrscheinlich völlig ok, für mich als ausgeprägten Schnellleser eher hinderlich beim Lesen. Die Sätze sind auch eher einfach - viele Hauptsätze aneinandergereiht. In der Geschichte selber wird vieles einfach erklärt, so sachberichtsmäßig.

Die Charaktere selber sind mir etwas zu flach und klischeehaft. Bspw. die Pflegeeltern - sie kümmern sich ganz nett um Sharj und um ihre eigene Tochter und wie aus dem Nichts schmieden sie dann Mordpläne. Es wird als "böse" tituliert im Buch, aber das ist eigentlich psychotisch. Auch hier wieder - für Kinder ab 8 ist das ok.
Wenn ich gut leiden konnte war Mona, sie war so ein bisschen ambivalent und macht im Buch wirklich eine Wandlung durch.

Nicht so gut fand ich das Frauenbild. Die Mutter von Josè z.B. bewundert ihren Mann für die Idee, den Hundewelpen nach der Geburt Halsbänder in verschiedenen Farben umzulegen (als wenn sie  noch nie ihrem Mann bei einer Hundegeburt geholfen hätte). Als sie das dann mal selber für fünf Minuten übernimmt, wird sie dafür wie für eine große Leistung gelobt. Sie ist im Buch auch nur "Maria", während ihr Mann "Doktor Molinero" ist.

Die Story derweil vermag zu fesseln. Ich war wirklich gespannt, wie es mit dem Feuerkristall ausgeht. Auch die Idee, dass die beiden Helden in jedem Band eine andere phantastische Welt eintauchen und die Welt selber, die die Autorin erfunden hat, fand ich wirklich phantastisch. Und dass sich die Helden in Geschöpfe dieser Welten verwandeln - das ist wirklich mal was anderes.


3 Zitate


"Ey, was machst du?" rief Samira ganz erschrocken. "Schscht, schau", flüsterte Roma. "Dahinten habe ich zwei Augen gesehen."
"Oje", stotterte Samira angstvoll. "Wir sitzen in einer Falle." [Zufallszitat, S. 42]

Sharj ... sah José an "José, was ist denn aus dir geworden? Ein Vampir scheinst du ja nicht zu sein. Kennt ihr jemanden, der so aussieht wie José?" fragte Sharj in die Runde.
"Nein." Alle schüttelten den Kopf und schauten betroffen zu Boden.
"Nein", sagte Alma. "Ich kenne wirklich kein Wesen, das so aussieht wie er." Und in ihrer Stimme schwang Bewunderung mit. Denn dieser José, der gefiel ihr. [S. 183]

Als Claudia die Treppen  nach unten kam, war ihr Mann Otto gerade dabei, Tante Lilli mit dem Parfüm einzusprühen. Die Tante quietschte wie ein kleines Baby. Es schien ihr zu gefallen. Claudia beobachtete die Szene und dachte, ob das richtig ist? Dann sah sie sich um, sah die wertvollen Gemälde an der Wand hängen und sagte sich, oh ja, es ist richtig. Und sie ging freudestrahlend zu Tante Lilli. [S. 218]



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Kommentare:

  1. Hey Daniela,

    jetzt musste ich mir natürlich auch noch deine Rezi durchlesen :-)
    Mir waren auch gerade die Pflegeeltern ein Dorn im Auge. Ihr handeln wirkte irgendwie ein wenig plump und ohne Sinn und Verstand.
    Etwas gewundert habe ich mich auch darüber, warum Monas und Tinas Geschichte weitererzählt wurde. Hier gab es doch gar keinen richtigen Zusammenhang zu der eigentlichen Hauptgeschichte. Ging dir das auch so?

    Liebe Grüße
    Sandra

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  2. Hallo Sandra,
    vielen Dank für den Gegenbesuch!
    Also, dass es noch weitere Erzählstränge gab, fand ich charmant. Wennn es gute Nebencharaktere gibt, dürfen die gerne eigene kleine Erzähltstränge haben; damit hatte ich keine Probleme :).
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Ist schon lustig wie unterschiedlich die Meinungen zu einem Buch sein können. Aber das ist so ja auch schön :-)

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