Samstag, 8. April 2017

Ein dunkler Funke (Dalans Prophezeiung #1) von Sarah Marie Keller

Buchvogel rezensiert 

Sarah Marie Keller: Ein dunkler Funke (Dalans Prophezeiung, Buch 1)


Mitreißende Geschichte um einen neuen, beginnenden Weltenbrand. Mittendrin der Magier Noa und die drei Freunde Gairan (Mensch), Taya (Elfe) und Uruk (Ork).

Das Cover von "Ein dunkler Funke"
Ein Magier in
klassischer Bekleidung


Roman, 257 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform,
Erstausgabe Juni 2014
Genre: Fantasy
ASIN: B00L40RDE6
ISBN: 978-1500111854
und hier der Link zu Amazon
Band 2 (ein schwarzes Feuer)
Band 3 (eine weiße Glut) 
mein Interview mit der Autorin



Woher: Rezensionsexemplar der Autorin

Erster Satz

Es gab ein Zeitalter, da lebten die Städtebauer fast drei Jahrhunderte lang in Frieden miteinander und widmeten sich der Diplomatie und der Wissenschaft.

Zusammenfassung

Das Buch beginnt mit einem Prolog, einer historischen Erzählung vom Ork Urk. Das bildet auch die Rahmenerzählung: Der alte Historiker Uruk erzählt seiner Enkeltocher vom Beginn des zweiten Weltenbrandes und von der Prohezeiung um Dalan. Dalan erlöste einst die Städtebauer vom ersten Weltenbrand. Die Prophezeihung berichtet, dass es einen zweiten Weltenbrand geben soll und Dalan dann wiederkehrt.
 
Die drei Freunde Gairan, ein Menschenjunge, der ein Paladin werden will, seine Adoptivschwester Taya, eine Elfe und der junge Uruk, der sich für Geschichte und nicht den Gewürzhandel seiner Eltern interessiert, leben in der Stadt Minaskai. Außerhalb der Stadt, eine Tagesreise zu Fuß entfernt, soll eine der alten magischen Maschinen aus der Zeit des ersten Weltenbrandes seit 500 Jahren vor sich hinrosten. Für die drei Freunde ist es ein Abenteuer, als sie aufbrechen um sich die Maschine mit eigenen Augen anzuschauen.
Dort treffen Sie auf den Magier Noa. Noa hat eine Vision - Minaskai wird gerade angegriffen oder wird angegriffen werden, der Auftakt zum zweiten Weltenbrand. Gairan, Taya, Uruk und Noa eilen zurück in die Stadt, um die Königin zu warnen. Und das ist nur der Auftakt.




Persönlicher Eindruck

In diesem klassischen Fantasy stimmt einfach alles:

Die Geschichte ist spannend erzählt. Humor, Drama, Tragik und Mitfiebern - es ist alles da. Die Welt ist stimmig und voll von kleinen, feinen Details. Besonders gut bringt die Autorin die Stimmungen und die Gefühle der handelnden Personen rüber. Auch scheinbare belangloses, wie das Studierzimmer des Orks, wirken interessant und niemals langweilig.

Alle Haupt- und Nebencharaktere sind vortrefflich ausgearbeitet.
Vor allem die drei Freunde hab ich gleich ins Herz geschlossen. Mir gefiel vor allem, dass die Autorin hier Klischees aufgebrochen hat. Die Orks sind zwar grundsätzlich kräftiger wie die Menschen und werden schneller wütend - aber sie sind keine tumben Monster; sondern bspw., wie Uruks Eltern, Gewürzhändler. Oder Historiker, wie Uruk selbst. Die Freundschaft zwischen den dreien so unterschiedlichen Personen sind für mich das Sahnestück der Erzählung. Ein Mensch, ein Ork und eine Elfe sind beste Freunde, das hat eine völkerverbindende Vision, die hier als Normalität erzählt wird. Mich hat dieses Bild sehr inspiriert. (Und irgendwie haben mich die Elfen an die Vulkanier und die Orks an die Tellariten erinnert, das nur nebenbei.)
Ein weiterer Charakter ist Noa, der Magier. Er hat ein gutes Herz, trägt aber irgendein Geheimnis mit sich herum, ein etwas mystischer Charakter, der eine gewissene Sexyness ausstrahlt.
Dann wäre da noch Kelrik, Gairan und Tayas Vater; der Paladin der Königin und schließlich die gute und gerechte Königin selbst.

Die Gegenspieler: Elara, die Herrscherin von Xendor ist eine labile und grausame Göre, die an die Herzkönigin aus "Alice im Wunderland" erinnt. Ihr Berater Dagul vom Orden der Schenra Vey ist ambivalent. Er scheint die Taten Elaras nicht gutzuheißen und hat sie doch initiert. Er verfolgt seine eigene Agenda, aber welche das ist, ist unklar.

In Minaskai leben die drei Völker friedlich und zu gegenseitigem Nutzen zusammen. Im Gegensatz zum xenophoben Nachbarstaat Xendor, von dem sie schließlich angegriffen werden. Die Minaskaier müssen zu tausenden fliehen - und darauf hoffen, dass sie als Flüchtlinge freundlich aufgenommen werden. Die Verzweiflung der Flüchtenden ist in bedrückender Weise wiedergegeben.

Die Autorin verwendet eine klare, leicht zu lesende und bildhafte Sprache. Die Dialoge sind so gut geschrieben, dass man viele davon gerne laut vorlesen möchte. Mir gefallen auch die originellen Neuschöpfungen wie "Städtebauer", "Weltenbrand" usw. Es unterstreicht den fantastischen Charakter der Geschichte.

Besonders beeindruckend, dass dieses Buch als Selfpublishing veröffentlicht wurde. Auch das Cover sieht ansprechend und professionell aus. Dickes Lob!

Ein Kritikpunkt gibt es: Dieses Buch ist viel zu kurz! Es liest sich wie ein Auftakt zu einer größeren Geschichte.
Gut, dass es noch zwei weitere Bände gibt, denn nun muss man einfach mehr von der Welt wissen und wie die Geschichte weitergeht!

Lesen oder nicht?

Ein richtig klassischer Fantasy mit nicht-stereotypen Charakteren, mit Magie, großen Schlachten, Dramen und dem Wert der Freundschaft - meiner Meinung nach kann man mit diesem Buch nichts falsch machen.


3 Zitate


„Ahhh“, machte Noa. „Natürlich. Dalan. Der Weltenretter. Der Auserwählte der Götter. Egal wohin man kommt, man hört überall Geschichten über ihn. Aber seltsamerweise widersprechen sich alle. Glaubst du, dass er wirklich existiert hat? Dass ein einziges Wesen den großen Krieg beendete und die Welt vor der Vernichtung bewahrte?“
„Ja“, sagte Uruk mit inbrünstiger Überzeugung. „Das glaube ich.“
„Aber Dalan war doch ein Elf, du bist ein Ork. Versteh mich nicht falsch, aber die Orks sind nicht gerade bekannt dafür, sich für die anderen Städtebauer zu begeistern...“
„Es ist unwichtig, welcher Rasse man angehört, nur die Seele zählt“, antwortete Uruk selbstsicher. [Pos. 1281]

Ja, ja, hau ruhig ab, du undankbarer Mistkerl, flüsterte eine innere Stimme. Schlag dir in den letzten friedlichen Tagen in diesem Haus den Wanst voll, heuchle ein bisschen Besorgnis und sag auf Wiedersehen, bevor es ernst wird. Es könnte ja sein, dass dich jemand braucht, und du willst doch nicht etwa die Verantwortung für etwas übernehmen, oder, Noa?
Sei still, befahl der Magier seinem Gewissen. Ich bin jetzt sowieso mitten drin in dieser Sache. Ich werde schon nicht vorzeitig das Weite suchen. Ich bin zwar ein Mistkerl, aber ich bin kein verdammter Mistkerl! [Zufallszitat, Pos. 1645]

Noa schüttelte verständnislos den Kopf. „Ich weiß nicht, woran es liegt, aber irgendwie scheinen alle Völker dem Irrglauben verfallen zu sein, dass sich die Magie an einen festen Zeitplan hält, wann sie in einem Individuum zu erwachen hat! Begreifst du denn nicht? Magie hält sich an keinen Plan! Bei den meisten erwacht sie während der Pubertät, ja, aber bei manchen auch früher und bei anderen sehr viel später. Und bei Taya ist jetzt der Zeitpunkt gekommen – egal, was irgendwelche Meistermagier sagen!“ [Pos. 1831]


Ich freue mich über eure Kommentare! Was wärt ihr am liebsten - Mensch, Elfe, Ork oder Magier?

Kommentare:

  1. Hi liebe Daniela
    Ich mag solche Geschichten mit einem historischen Hintergrund total gerne. Und der Schluss des Einstiegsatz ist einfach genial "...widmeten sich der Diplomatie und der Wissenschaft." Ich wäre am liebsten ein Magier.
    Dieses Buch werde ich mir bestimmt genauer anschauen.
    Danke für die Vorstellung,
    Lena

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  2. Juhuuu. Danke für den neuen Impuls. Da Fantasy mein Lieblingsgenre ist und ich bei Rollenspielrunden immer Elfe war würde ich das hier auch wählen. Liebe Grüße

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  3. @ Lena und Lucya,
    vielen Dank! Nun, da hätten wir schon mal einen Magier und einen Elfen. Ich wäre wohl auch Magier. Obwohl mir in der Geschichte die Orks total sympathisch sind.

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  4. Deine Rezension finde ich wirklich super nur leider kann ich mit diesem Genre so gar nichts anfangen :/

    Viele Grüße
    Denise von
    www.lovefashionandlife

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  5. Super Rezension und spannende geschichte :) Hätte ich doch mehr Zeit für's lesen. Das Buch ist jedoch vermerkt :)
    Liebe Grüße,
    Fabian

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  6. Ich liebe Fantasyromane und dieses Buch klingt wirklich lesenswert, danke für den Tipp! :)

    Liebe Grüße,
    seraphinalikesbeauty.blogspot.de

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  7. Ich liebe mit unter Fantasy am meisten, " hört " sich sehr interessant an, danke dir :) Grüße Yulice

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