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Donnerstag, 18. April 2019

[Rezension] Landing on Barbarous Coasts von Markus Brunner

Kindle-Edition von Landing on Barbarous Coasts

Die Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten steht auf der Kippe, als der Planet Vulkan von einem gewaltigen politischen Skandal erschüttert wird. Kurz vor der Außerdienststellung der Enterprise bricht Captain Archer daher mit seiner Crew zu einer letzten Mission auf, um die neue Allianz, für die er so hart gearbeitet hat, doch noch zu retten. Die Suche nach einem sagenumwobenen vulkanischen Artefakt führt ihn von einer fremden Welt zur nächsten. Doch die größte Überraschung für Archer birgt nicht die vulkanische Mythologie, sondern ein bedrückendes Geheimnis, in das ihn sein bester Freund Trip einweiht.

Während die Enterprise quer durchs Weltall rast, folgen Commander T’Pol und Ensign Mayweather einer anderen Spur, die sie zu einer der ältesten Koloniewelten der Erde führt und zu ganz neuen Erkenntnissen über die frühe interstellare Raumfahrthistorie der Menschheit …

[Klappentext des Autors]

Persönlicher Eindruck


Ich habe diesen Roman gnadenlos weggesuchtet. Warum? Darum:
- Spannende Mischung aus Kriminalroman und Agenten-Action
- Es geht um Vulkan und die vulkanische Kultur
- und um den entscheidenen Augenblick der Sternenflotte, um ihre Gründung

"Jeden Vulkanier umgab eine Aura des Geheimnisvollen, das ging mit deren selbstbewussten Auftreten einher, das auch Hoshi anfänglich ein wenig eingeschüchtert hatte."



Die Crew der Enterprise unter Captain Archer steht im Vordergrund. Archers großer Traum, die Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten, steht unmittelbar bevor. Besonders die Verhandlungen mit den Vulkanieren waren aufreibend, aber sie sind auch der Knackpunkt. Nur mit den Vulkanieren macht die Föderation Sinn. Mit der jungen Premierministerin T'Pau befindet sich der Abschluß der Gespräche auf der Zielgeraden, und ausgerechnet jetzt ist sie in einen politischen Skandal verwickelt. Ihre politischen Gegner bezichtigen sie der Lüge. Unerhört auf Vulkan. Und T'Pau hat gelogen, aber aus logischen Gründen. Die Beweise für ihre Logik heranzuschaffen, erweist sich jedoch als gar nicht so einfach - und hier kommt die Crew der Enterprise ins Spiel. Auf unterschiedlichen Pfaden verfolgen Archer, Trip, T'Pol und Travis Spuren, die T'Pau helfen können.

Dabei tauchen sie tief ein in Vulkans Geschichte und Mythologie. Das Kloster P'Jem spielt dabei genauso eine Rolle wie Suraks Katra. Der Roman hat eindeutiges Vulkan-Feeling.
 "Darauf angesprochen erklärte T’Pol: „Das Dreieck steht als Versinnbildlichung für Suraks liberale Philosophie. Diese Form symbolisiert sowohl die Zuspitzung auf einen Punkt als auch die Erweiterung in die Breite. Suraks Lehren akzeptieren nicht nur beide Geisteshaltungen, sondern ermuntern dazu, sie gemeinsam anzuwenden. Zum Beispiel, um eine Situation nicht nur aus der eigenen und eingeschränkten Perspektive zu bewerten, sondern auch losgelöst von den eigenen Interessen.“
„Logische Schlüsse sollten stets unter Berücksichtigung beider Eindrücke gewonnen werden“, ergänzte die Stimme eines Mannes, der sich von der anderen Seite der Vitrine den drei Enterprise-Offizieren näherte."

Die beschriebenen Orte sind wohl diesem fiktionalen Reiseführer entnommen (Hidden Universe Travel Guides: Star Trek - Vulcan von Dayton Ward); den ich ebenfalls als Lektüre empfehlen kann.

Bei den Heldentaten, die die Enterprise-Crew vollbringt, war es zwar (meist) nachvollziehbar, warum die Vulkanier diese nicht selber fertiggebracht haben, aber mir dann in der Fülle etwas zu viel. Wobei man sagen muss, dass das auch ein wiederkehrendes Thema in der Fernsehserie war. Vor allem den Punkt mit den Antrieben im Glühofen, dass die Enterprise-Crew mal nebenbei herausfindet, wie es funktioniert und Jahrtausende lang die Vulkanier leider nicht, diente wohl nur der dramaturgischen Zuspitzung vor Ort.

Obwohl der Roman mit anderen in einer Reihe statt, ist er auch ohne Vorkenntnisse alleinstehend lesbar. Etwas wehmütig zieht der Autor auf seiner Homepage Bilanz:

Mit diesem Roman ... endet meine persönliche Saga rund um den Romulanischen Krieg und seine Nachwehen. Mein melancholischer Abschied von der Enterprise und ihrer Crew ist auch ein Thema, das sich in der Geschichte wiederfindet, ebenso wie ungeahnte historische Erkenntnisse über die Verbreitung der Logik auf Vulkan und den Aufbruch der Menschheit zu fernen Sternen.


Der Stil ist klar, gut lesbar, flüssig. Die Charaktere gut gezeichnet, typisch, so wie man es aus der Serie kennt. Auch Humor gibt es, wenngleich der Roman überwiegend ernst ist. An dieser Stelle hab ich laut lachen müssen:
„Ich will nicht egoistisch klingen“, meldete sich Hoshi zu Wort. „Aber ist es wirklich notwendig, dass wir zusammen mit dem Schrein in die Tiefe stürzen? In meinem Vertrag steht, dass ich bereit sein muss, mit einem sinkenden Schiff unterzugehen. Da steht nichts von einer riesigen Statue.“

Und das Cover - ich liebe es einfach! Wir sehen T'Pau, die vulkanische Premierministerin, wir sehen T'Pol und Travis, das Banner der Föderation und im Vordergrund das vulkanische Dreieckssymbol.

Übrigens lässt der Prälog auf einen Ableger hoffen, es liest sich wie der Beginn eines neuen Abenteuers... Mal schauen, ob ich richtig liege.


Lesen oder nicht?



Trekkies und Vulkan-Fan werden diesen Roman lieben. Auch für Trek-Einsteiger könnte es aufgrund der Krimielemente etwas sein, ich denke, das alles Trek-relevante erklärt wird und keine Vorkenntnisse notwendig sind.  ⭐⭐⭐⭐⭐




Bibliographische Daten

Titel: Landing on Barbarous Coasts
Autor: Markus Brunner
Sprache: Deutsch
Genre: Sci-Fi; Star Trek

Reiheninfo:
1 - The Romulan War
2 - Sailing on Forbidden Seas
3 - Landing on Barbarous Coasts

Elektronische Ausgabe
Self-Publishing

Der Band ist hier kostenlos erhältlich beim Autor Markus Brunner, in verschiedenen Formaten

1 Kommentar:

  1. Ich komme ja gar nicht mehr damit nach, mich für deine wohlwollenden Rezensionen zu bedanken, bei diesem Tempo. :-) Ich freue mich sehr, dass dir auch mein Enterprise-Finale so gut gefiel.

    Der Vulkan-Reiseführer war auf jeden Fall inspirierend, ganz speziell für meine Landkarte im Anhang, wobei ich mich nicht ganz an den Reiseführer halten konnte: Auf meiner Anhang-Karte sind die Orte so platziert, wie ich sie in meinen Romanen (auch den schon etwas älteren, die ich vor Erscheinen des Reiseführers verfasst habe) beschrieben habe.

    Der Epilog ist eher die direkte Vorgeschichte zu einem der Kinofilme, aber auch wenn meine Enterprise-Saga abgeschlossen ist, kann ich zumindest versprechen, dass zumindest noch Admiral Archer in einem meiner für die Zukunft geplanten Romane absolvieren wird.

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