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Mittwoch, 19. Juni 2019

[Rezension] Gullivers Reisen von Jonathan Swift

Gulliver

Ein englischer Wundarzt, der zur See fährt, berichtet von seinen Abenteuern, wahrhaftig und ohne die Absicht, Ruhm zu erlangen. Die Abenteuer in Lilliput und bei den Riesen kennt sicherlich jeder, doch es gibt auch noch andere Länder, andere Völker, bei denen der Verfasser zu Gast war und von denen er gelernt hat.

Persönlicher Eindruck


Ein Klassiker, den doch jeder kennt, so dachte ich. Unzählige Fernsehadaptionen gibt es, mir schwirrt vor allem eine (mir leider nicht namentlich bekannte) Zeichentrickserie im Kopf herum. Der Anblick von Gulliver, der von Lilliputanern gefesselt wird. Und auch Gulliver bei den Riesen, ein Bild, das jeder kennt.

Doch das sind nicht alle Abenteuer, die Gulliver erlebt und die Abenteuerschiene ist nicht der einzige Aspekt des Romans. Zum einen ist da ein ungeheuer Fantasy-Aspekt, eine Lust am Fabulieren und Geschichtenerfinden. Für den Autor hat die Erde noch viele weiße Flecken, wo sich Lilliputaner, Riesen und fliegende Städte verbergen können. In der Neuzeit mussten Autoren, um solche Geschichten zu erzählen, diese ins Weltall verlegen. Aber die Ursprünge von Sci-Fi sehe ich hier, bei Swift. Und diese Ur-Fantasy ist vor allem anderen auch sehr sehr unterhaltsam.

Der andere Aspekt ist der gesellschaftskritische. Obwohl der Verfasser, also jener englische Wundarzt, immer wieder beteuert, dass er seine Heimat England liebt, wird deutlich, wie "verroht" die Gesellschaft doch ist. Wenn er den unterschiedlichen Herrschern der von ihm bereisten Ländern von seinem Land berichtet und kritische Nachfragen erhält oder die dortigen Regierungssysteme mit seinem vergleicht. Es ging schon hin und wieder in die Richtung Terry Pratchett, wenn Swift einen Schritt zurücktritt und die Dinge so berichtet, wie sie sind.


In der Kindle-Ausgabe geht der Roman bis 88%, danach kommen nur noch die vielen Fußnoten. Hier wird einiges erklärt, Begriffe genauso wie Anspielungen. Ich hab nicht alles nachgeschlagen, aber doch einiges.

Lesen oder nicht?


Ein Klassiker mit vielen neuen und unterhaltsamen Aspekten, den ich nur empfehlen kann: ⭐⭐⭐⭐⭐


Weitere Meinungen



Bibliographische Daten

Titel: Gullivers Reisen
Autor: Jonathan Swift

Ausgabe: eBook
703 Seiten
Verlag: Manesse
Erscheinungsdatum: November 2017
ISBN: 978-3717520788
Affiliate-Link zu Amazon

Original erschienen 1726
Neuübersetzung von Christa Schuenkes

Danke, Petrissa, für den Tipp und den Hinweis auf die Sonderaktion beim Manesse-Verlag

7 Kommentare:

  1. Liebe Daniela!
    Gullivers Reisen zählt definitiv zu den Klassikern, die ich irgendwann auch lesen möchte. Mir geht es da wie dir, irgendwie dachte ich, die Reise nach Liliput und das Abenteuer der Riesen waren im Großen und Ganzen das ganze Buch. Umso gespannter bin ich nun eigentlich auf den mir unbekannten Rest!

    Liebe Grüße! :)
    Gabriela

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    1. Hallo Gabriela,
      es wird dir gefallen, da bin ich mir sicher. Viel Spaß jetzt schon

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  2. Hallo Daniela,

    eine schöne Rezension!
    Wie viel Fantasy dadrin ist, darüber habe ich gar nicht nachgedacht, aber Du hast natürlich recht.

    Woran ich auch nicht gedacht habe, dass man beim EBook nicht so einfach die Fußnoten lesen kann, wie beim HC.
    Gerade diese Fußnoten haben für mich das Leseerlebnis sehr gehoben. Beim EBook müsste man das dann echt an die Ende der Seite setzen.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    1. Hi Petrissa,
      man kann im eBook auf die Fußnoten klicken, dann springt die Anzeige dahin oder es kommt ein Pop-Up. Aber irgendwie ist das nciht so dasselbe wie im Hardcover; es wäre schöner, es direkt auf der Seite zu haben, ohne nochmal tippen zu müssen.

      Find ich toll, dass du das mit der Fantasy auch so siehst :)))

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  3. Liebe Daniela,
    ich habe mir das Buch auch als eBook geladen, als es diese Aktion zum Jubiläum oder so, gab. Bin schon sehr gespannt! Denn mir geht es wie dir, ich kenne nur die Abenteuer von Lilliput. Schade eigentlich, dass dieser echte Klassiker irgendwie untergeht, oder?
    GlG, monerl

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    1. Hi monerl,
      es gibt ja wirklich viele Klassiker; verdient hätten es irgendwie alle, oder? :(

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    2. Letztes Jahr, mit Giselas Klassiker-Challengen habe ich weit mehr Klassiker gelesen. Einen "richtigen", alten Klassiker habe ich dieses Jahr noch gar nicht gelesen. :(
      Na ja, dieses Jahr ist eh ein komisches Lesejahr, aber vielleicht können wir nächstes Jahr wieder so was (gemeinsam) machen?

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