Mittwoch, 2. Juni 2021

Mit 58 schwanger! Na und? von Dsgmar Michalsky

 Auf Instagram bin ich auf Dagmar Michalsky aufmerksam geworden. Eine sympathische Frau mit einem süßen kleinen Mädchen. Sehr erstaunt war ich, als ich erfuhr, dass sie das Kind mit 58 Jahren geboren hat. Sie sieht eindeutig nicht so aus, wie eine durchschnittliche 60-jährige.



Ohne lange darüber nachzudenken hatte ich auch diese Vorurteile und Vorverurteilungen gegen Frauen, die "im Großmutteralter" Mütter werden. Doch warum bloß? Da sah ich auf meinem Bildschirm Fotos und Videos eines Familienlebens voller Liebe und schämte mich sofort. 


Deshalb kaufte ich Dagmar Michalskys Buch "Mit 58 schwanger! Na und!". Hierin beschreibt sie ihre Geschichte, wie es dazu kam, dass sie erst mit 58 ein Kind bekommen hat, und warum überhaupt ein Kind.

Sie hat ihren Partner erst spät kennengelernt. Der Wunsch, mit ihm eine Familie zu gründen, was groß. Ein Gefühl, dass aus dem tiefsten Inneren kam. Das kann ich gut nachvollziehen. 

Die Autorin schreibt auch, dass eine späte Vaterschaft akzeptiert wird, eine späte Mutterschaft aber auf Vorbehalte stößt. Das stimmt, und eigentlich ist es ziemlich seltsam.

Dagmar Michalsky war körperlich in der Lage, ein Kind auszutragen. Nur ging das mit eigenen Eizellen nicht mehr. Sie war aufgrund des Alters auf eine Eizellspende angewiesen. In den meisten europäischen Ländern ist sie erlaubt, in Deutschland jedoch verboten. 

Da kann ich aus eigener Erfahrung mitreden, eine Eizellspende ist nicht für jede betroffene Frau eine Option,  allerdings ist sie oft die einzige Option. Das Kind ist genetisch zwar nicht mit seiner Mutter verwandt, aber die Mutter ist die leibliche Mutter, weil sie mit dem Kind schwanger ist, es prägt und von ersten Moment an mit ihm verbunden ist. Das ist in meinen Augen das wichtigste.

Michalsky meint, dass durch die Epigenetik 25% der Gene von der leiblichen Mutter stammen und 25% von der Spenderin. Das kann ich nicht nachvollziehen, und es hat in meinen Augen etwas von "schönreden", wo nichts schöngeredet werden muss. Mag das Kind auch nicht meine Gene haben, so ist es dennoch mein Kind. 


Michalsky und ihr Partner haben soviel Liebe zu geben und machen sich soviele Gedanken. Ihr Kind ist geliebt, willkommen und wird gefördert, und das ist mehr wert wie das Alter der Eltern.


Gar nicht gefallen hat mir eine Stelle, in der Michalsky meint, wenn eine Frau nicht empfangen würde, dann würden dem blockierende Grundsätze zugrunde liegen, die man aufarbeiten muss, sie empfiehlt Homöopathie und Familienaufstellung. Das mag bei ihr hilfreich gewesen sein, aber manche Frauen sind körperlich nicht in der Lage, schwanger zu werden. Unerfüllter Kinderwunsch ist vom Grundsatz her ein medizinisches Problem, kein psychologisches. 

⭐⭐⭐⭐

Ich empfehle das Buch allen, die neugierig sind auf den Weg von Dagmar Michalsky und ihrer Familie. Der Leser muss sich nur darüber klar sein, dass es ein individueller Weg ist.



1 Kommentar:

  1. Liebe Daniela,

    hm, ich habe diese Vorbehalte nicht nur Frauen gegenüber, sondern auch Männern gegenüber. Ich finde es egoistisch, mit 60 noch ein Kind zu bekommen, egal ob Mann oder Frau. Was denn, wenn der Elternteil stirbt, wenn er 65, 70 oder 75 ist? Niemand möchte doch so früh zu einer Waisen werden. Das finde ich nicht gerecht.

    Was denn für blockierte Grundsätze? O.o
    Da rollen sich mir ja die Nägel hoch.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über eure Kommentare und über den Austausch. Ich kommentiere hier oder auf eurem Blog, wenn ihr einen habt.

Wenn ihr hier kommentiert, seid ihr mit der Datenschutzerklärung einverstanden, beachtet also bitte die Hinweise dort.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...