Donnerstag, 29. August 2019

[Rezension] Crazy Boys - Total scha(r)f auf dich von Tommy Herzsprung

Crazy Boys von Herzsprung

Ich hätte wissen müssen, dass ein Musikcasting, bei dem es die »Goldene Bratwurst« zu gewinnen gibt, in die Hose geht. Mir hätte klar sein müssen, dass man die Bandauswahl nicht einer rappenden Fleischereifachverkäuferin überlassen sollte. Und ich hätte auch ahnen können, dass die skurrilen Fetischfotos, zu denen ich mich hatte überreden lassen, nach hinten losgehen. Aber was wäre das Leben, ohne dass man etwas wagt? Hätte ich diesen verrückten Wettbewerb nicht auf die Beine gestellt, hätte ich auch Cord, den sexy Hafenarbeiter, niemals kennen und lieben gelernt.


So hat mir das Buch gefallen


Eine schräge Romantik-Komödie, mit einer Prise Romantik, einer Prise Sex, einer Handvoll skuriller Situationen und schrägen Charakteren. Dazu zwei Hauptcharaktere, die man einfach liebhaben muss. Der etwas tollpatschige Jamie, der Ich-Erzähler der Geschichte und sein Schwarm Cord, Hafenarbeiter und Musiker.

Es ist eine verrückte Geschichte, die sich auf die Seite der Schwachen und der Aus-der-Reihe-Tanzenden schlägt. --- Lasst euch von niemandem sagen, wen ihr lieben sollt, wie ihr auszusehen habt und vor allem nicht, dass ihr schlechter seid als andere.

Freitag, 23. August 2019

[Rezension] Buchgenres kompakt von Anette Huesmann


Lesegenuss und Nachschlagewerk.

Buchgenres kompakt ist ein Nachschlagewerk das 98 Genres und Subgenres vorstellt und auch geläufige Synonyme listet. Es gibt jeweils eine Entstehungsgeschichte mit Vorläuferwerken und den ersten Werken, die dem Genre zugeordnet werden. Unter Besonderheiten werden bspw. Abgrenzungen zu anderen Genres oder Subgenres aufgezeigt. Dann folgen noch aktuelle Beispiele für das Genre, sowohl deutschsprachig als auch anderssprachig.

Ein sehr interessante Einführung in das Thema Buchgattungen und Konventionen und ein Index rundet das Nachschlagewerk ab.


Anette Huesmann ist Germanistin, Sprachwissenschaftlerin, Autorin und Schreibtrainerin und deshalb schon von Hause aus an Büchern interessiert. Das Nachschlagewerk, das sie hier vorliegt, füllt für mich eine Lücke, die ich als Buchbloggerin schon schmerzlich gefühlt habe. Denn ich gebe bei meinen Rezensionen immer auch das Genre an, und manchmal fällt mir das gar nicht leicht. Ist das jetzt mehr ein historischer Roman oder ein Krimi? Oder beides? Und auch in Umfragen, z.B. von Verlagen, wird man ja nach seinen bevorzugten Genres gefragt.

Mittwoch, 21. August 2019

[Rezension] Die Zwerge von Markus Heitz

Die Zwerge von Johannes Steck

"Die Zwerge" ist eine High Fantasy Saga. Es spielt im Geborgenen Land. Das Land wird von Bergen begrenzt und die Pforten und Durchgänge zum Jenseitigen Land werden von fünf Zwergenstämmen bewacht.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog in dem wir dem Stamm der Fünften dabei zusehen müssen, wie sie - geschwächt von einem geheimnisvollem Fieber - den Kampf gegen heranrückende Oger und Albae verlieren und so die Kreaturen Tyons und das Tote Land in das Geborgene Land eindringen.

Schnitt und Zeitsprung: Etliche Zyklen später hat sich das Tote Land nach und nach im Geborgenen Land ausgebreitet und bedroht es an vielen Stellen. Die Elben sind stark dezimiert worden von ihren bösen Cousins, den Albae.

Im Zauberreich von Lotionan ist die Welt noch in Ordnung. Hier lebt der Hauptcharakter der Saga, der Zwerg Tungdil. Er wurde als Findelkind hier abgegeben und vom Magus aufgezogen. Tungdil arbeitet als Schmied und macht kleinere Aufträge und Besorgungen für den Magus . Andere Zwerge kennt er nicht, er hat immer unter Magieren und Menschen gelebt. Alles was er von ihnen weiß, hat er aus Büchern.

Als er auf eine Besorgungstour geschickt wird, erlebt er hautnah das Vordringen des Toten Landes und wird auf die große Bedrohung für das Geborgene Land aufmerksam.

Unter den Zwergen soll währenddessen ein neuer Großkönig gewählt werden. Dummerweise will der einzige Kandidat, der König der Vierten, einen selbstmörderischen Krieg gegen die Elben führen. Der jetzige Großkönig und sein Berater versuchen das zu verhindern, und um die ganze Geschichte erstmal in die Länge zu ziehen, geben sie Tungdil als weiteren Bewerber an, von dessen Existenz sie erst vor kurzem erfahren haben.

So trifft Tungdil schließlich nicht nur auf andere Zwerge, nein, er ist auch von 0 auf 100 ein Anwärter um das Amt des Großkönigs. Die Zwillinge Boingdil und Boingdal, die ihn wegen seiner Ausdrucksweise nur den Gelehrten nennen, versuchen, aus ihm einen echten Zwerg zu machen.

Aus einer einfachen Besorgungstour wird schlußendlich viel mehr, nämlich eine abenteuerliche Reise zur Rettung des Geborgenen Landes.

Dienstag, 20. August 2019

[Rezension] Einfach Yeshi von Gabriela Kasperski

einfach Yeshi

Yeshis Eltern trennen sich und sie zieht mit ihrer Mutter vom Land in die Stadt. Es fällt ihr schwer, Freunde zu finden. Lian könnte ein Freund werden, aber Doro sicherlich nicht, die ständig eine Wollmütze trägt und sie Kackbohne nennt. Denn Yeshi wurde aus Äthiopien adoptiert, von ihrer Herzmama. Als Yeshi Flüchtlinge aus Eritrea kennenlernt mit einem kleinen Purzel von Jungen, geht sie spontan mit in die Flüchtlingsunterkunft. Das ist der Auftakt zu einem spannenden Abenteuer.


Eigene Meinung


Ein Kinderbuch fair zu bewerten ist nie leicht, vor allem eines, in dem die Autorin und ihre Adoptivtochter eigene Erlebnisse verarbeiten. Davor habe ich einen großen Respekt. Andererseits hat mir das Buch, alles in allem, nicht wirklich gefallen, obwohl es positive Aspekte hat. Gelesen war das Buch in einer Stunde, für eine ausgewogene Rezension braucht es in diesem Fall aber viel länger.

Fangen wir mit den positiven Aspekten an:

Yeshi erzählt die Geschichte aus der Ich-Form und das auch ziemlich konsequent. Beispielsweise ist nicht nachvollziehbar, warum die Eltern sich trennen und sie mit der Mama in die Stadt ziehen muss. Es ist alles traurig, ist aber so. Also wirklich komplette Kindersicht.

Die Bindung zwischen Yeshi und ihrer Herzmama fand ich sehr schön. Sie gehören einfach zusammen. Auch, dass Yeshi adoptierte wurde, findet sie nicht schlimm, sondern eher schön. An einer Stelle erklärt sie es einem anderen Kind, bzw. schleudert es ihm eher wütend entgegen.
"Ich bin abotiert."
"Abo-was?", fragte der eine.
"Sie meint adoptiert."
"Was ist adoptiert?", fragte der andere.
"Ihre Eltern sind nicht ihre richtigen Eltern."
"Doch", explodierte ich. "Meine Mama ist meine Herzmama und mein Papa ist mein Herzpapa. Die haben mich ausgesucht. Deine mussten dich einfach nehmen, du Blödmann!"

Sonntag, 18. August 2019

[Rezension] Der Mann, der auf Bäume klettert: Einblicke in einen verborgenen Kosmos zwischen Himmel und Erde von James Aldred



James Aldred ist ein echter Naturbursche. Seit seiner Jugend klettert er gerne auf Bäume und hat das zu seinem Beruf gemacht. Als Kameramann oder Produktionsassistent bereitet er Klettertouren vor oder klettert selber.
In seinem Buch, das Abenteuerbuch und Naturmemoire in einem ist, gibt er Einblicke in einen verborgenen grünen Kosmos, der in dieser Art noch nie zuvor beschrieben wurde.

das Buch vor einem Ficus
Der Autor berichtet faszinierendes, ich wäre am Liebsten mitgeklettert. Er berichtet, wie er mit David Attenbourough drehte, wie er ein Harpyien-Küken aus nächster Nähe sah. Wie er mit den Korowai auf Papua ein Baumhaus in einem Eisenholzbaum baute. Er erzählt von den Expeditionen in den Regenwald von Borneo und wie er dort Flügelfruchtbaum und Mengarisbaum bestieg. Wie er gestochen und gepiekst wurde von Ameisen, Insekten und wilden Bienen; die ihm bei einem konzertierten Angriff sogar in die Nasenlöcher und Ohren krochen ... autsch

In der Büchermitte sind einige Farbfotos, die ausgewählte Expeditionen verdeutlichen und zu Beginn jedes Kapitel gibt es zumindest ein Schwarz-Weiß-Foto vom Baum.

Der Autor berichtet auch von der Friedlichkeit der Welt und wie er seine Seelenruhe beim Baumklettern findet. Das glaube ich ihm sofort.

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