Freitag, 9. Oktober 2020

[Rezension] Das perfekte Leben meiner Schwester von Sophie Edenberg

 


 "Als die neunzehnjährige Emma herausfindet, dass sie adoptiert wurde und in Wahrheit die uneheliche Tochter des vermögenden Wieners Ferdinand Lauderthal ist, regen sich Hoffnung und Zuversicht in ihr. Endlich sieht sie einen Ausweg aus ihrem unglücklichen Leben. Doch ihre Erwartungen werden enttäuscht. Während ihre gleichaltrige Halbschwester Céline das Leben ihrer Träume führt, will ihr Vater nichts von ihr wissen. Voller Eifersucht beschließt Emma, die beiden büßen zu lassen. Als vermeintliche Studienkollegin von Céline dringt sie in deren Leben ein und stellt dieses gehörig auf den Kopf.

Doch schon bald muss Emma feststellen, dass nichts ist, wie es zunächst den Anschein hatte und sie sich in ihrer Halbschwester getäuscht hat. Hin und hergerissen zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Céline und ihren Rachefantasien wird sie in einen Strudel aus Familienintrigen verstrickt, die ihr Verständnis von Gerechtigkeit auf eine harte Probe stellen. Denn alles im Leben hat seinen Preis ...


Dieser Roman enthält Szenen, die für sensible Menschen belastend sein könnten."


Samstag, 3. Oktober 2020

[Rezension] Unter dem Herzen - Ansichten einer neugeborenen Mutter von Ildikó von Kürthy

 


Als sie schon nicht mehr daran glaubte, ist die 38-jährige Autorin endlich schwanger. Und erlebt mit ihrem "Schlomo", so der Arbeitstitel des Babys, die Höhen und Tiefen der Schwangerschaft und das erste Jahr. Die Erlebnisse sind autobiographisch, das macht dieses Tagebuch so besonders. 

Von Kürthy schreibt so herzerwärmend ehrlich und lustig, dass ich nur so durch dieses Buch geflogen bin. Und ich hab mich an so vielen Stellen wiedererkannt, bzw. einiges war genauso wie bei mir. Beispielsweise dass zunächst alle von einem Mädchen ausgingen. "Scheiße", sagte die Autorin nur also der Frauenarzt dann feststellte, dass sie einen Jungen erwartete. So krass war es bei mir nicht, ich hab nur einen Lachanfall bekommen. Und dann das Gefühl der Autorin, dass es einfach perfekt ist, einen Jungen zu bekommen - genauer gesagt: diesen Jungen!  


Gerade auch die besonderen Herausforderungen einer späten Mutterschaft und die große Unsicherheit, die man dabei spürt, greift die Autorin gut auf. Am liebsten würde sie jeden Tag einen Ultraschall haben und gucken, wie es dem Baby geht.

 

Zwei sachliche Anmerkungen habe ich noch zu Stellen, die so nicht ganz korrekt sind: 

(1) Der Sex-Termin ist nicht unbedingt der Zeugungstermin (S. 19). Die Eizelle hält sich 24 h, die Spermien bis 5 Tage. Das heißt, dass die Spermien die Eizelle auch erst 5 Tage nach dem Sex befruchtet haben können. 

(2) Bauch-US in der 7. SSW (S. 36): In der 7. SSW wird man eher vaginal geschallt


Alles in allem ein Bauch, bei dem ich sehr lachen konnte und das mich gut unterhalten hat. Ich möchte auch die tollen farbigen Zeichnungen im Buch erwähnen, die die einzelnen Geschichten abrunden.



Lesen oder nicht?


Sehr sehr lustig, unterhaltsam und wahr. ⭐⭐⭐⭐⭐



Bibliographische Informationen

Unter dem Herzen
Ansichten einer neugeborenen Mutter
Ildikó von Kürthy
mit Zeichnungen von Stefan Werthmüller
ISBN 978-3-499-63001-9
rororo / Rowohlt Taschenbuch Verlag
2013, 2. Auflage Mai 2016
300 Seiten

Danke, @ Juli.liebt.kaffee

Sonntag, 27. September 2020

[Rezension] Millenium-Trilogie von Stieg Larsson

Buchvogel

 

Die Millennium-Trilogie des leider schon verstorbenen Stieg Larsson umfasst die Bände Verblendung, Verdammnis und Vergebung. Hauptprotagonisten sind der Journalist Mikael Blomkvist und die Hackerin und Ermittlerin Lisbeth Salander. 

Lisbeth als Charakter hat es mir komplett angetan. Sie ist einfach eine so bestechende und überraschend interessante Persönlichkeit, wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt habe. Ich hab sogar von ihr geträumt, dass muss etwas heißen. Lisbeth ist einfach anders. Auf der einen Seite ist sie eine versierte Hackerin und so unfassbar gut darin, Dinge aufzuspüren und zu kombinieren. Auf der anderen Seite ist sie in sozialen Dingen sehr unbeholfen, nüchtern, autistisch. Sie folgt ihrem eigenen Moralcode und hilft sich nur selber. 

Mikael Blomkvist ist ein Journalist, der sich einen Namen mit Wirtschaftsenthüllungen gemacht hat. Daher auch sein Spitzname "Kalle Blomkvist", über den Mikael allerhöchstens müde lächeln kann. 

Dienstag, 15. September 2020

[Rezension] In fremder Haut von Hanif Kureishi

In fremder Haut

 

Der alternde Schriftsteller Adam erhält auf einer Party ein teuflisches Angebot. Er kann in einer geheimen Privatklinik sein Gehirn in einen jungen Körper verpflanzen lassen. Adam lässt sich auf das Experiment ein, nur für sechs Monate will er ausprobieren, wie es ist, ein reifer Geist in einem jungen, knackigen Körper zu sein… 

In der Geschichte von Hanif Kureishi dreht sich alles um unsere Körperlichkeit. Adam als Neukörper, mit einem hübschen, schönen Gestell. Adam, der fickend und posierend die Körperlichkeit erforscht und dabei dank seiner Erfahrung immer auch über die Körperlichkeit philosophiert. Wer sind wir und sind wir mehr wie unsere Körper?


Die Gründe für den Wechsel zu einem neuen Körper wirken bei ihm eher aus Neugierde. Denn außer, dass er alt wird, hat er eigentlich alles. Eine Frau, mit der er eine gute Ehe voller Vertrauen führt. Kinder, deren Gegenwart er immer genossen hat. Eine Karriere als Schriftsteller.  Gruselig die Szene, als Adam sich seinen jungen Mietskörper aussucht, in einer Leichenhalle, aber mit einem Habitus von den Beteiligten, als würde er sich bloss ein Sakko aussuchen. Eine absolut schlimme Zukunftsvision
 

Donnerstag, 6. August 2020

[Rezension] Sturmläuten von Nina Ohlandt

Regionalkrimi am Meer

Hauptkommissar John Benthien wird mit einem sehr persönlichen Fall konfrontiert. In einem hohlen Baumstamm wird eine Leiche gefunden, der Baum steht im Garten der Eltern seiner Exfreundin Karin. John ermittelt nun in einem Umfeld, in dem er selbst verstrickt ist.


"Sturmläuten" ist ein Regionalkrimi. Er spielt in Schleswig-Holstein, auf der Halbinsel Holnis, auf Amrum und auf Hallig Hooge. Ich mochte dieses lokale Flair, auch wenn ich selbst eher der Mittelgebirgstyp bin. Aber immerhin, auf Amrum hab ich auch schon mal Urlaub gemacht und auch eine Hallig besucht.

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