Sonntag, 12. Februar 2017

Star Trek "The Next Generation" - Der Stoff, aus dem die Träume sind von James Swallow

 Eine Buchvogel-Rezension von

James Swallow: Star Trek "The Next Generation" - Der Stoff, aus dem die Träume sind

Der Nexus schickt sich an, in das Gebiet des Feindes einzutreten. Die Sternenflotte will das auf jeden Fall verhindern und schickt die Enterprise unter Picard dem Forschungsschiff Newton zu Hilfe.
das Bild zeigt die Buchbloggerin, die die Schultern fragend hochzieht und den Kindle in der Hand hält.
Die Buchvogel-Bloggerin fragt sich,
was sie davon halten soll

Star Trek Roman, 117 Seiten

Woher
selbst gekauft, ST-Reihe

Gelesen
auf dem Kindle

Zusammenfassung

Dieser Roman spielt nach dem Kinofilm "Nemesis", in der Romanreihe um ST TNG, siehe Star Trek Romane.

Die Enterprise unter dem Kommando von Captain Picard soll dem Raumschiff U.S.S. Newton zu Hilfe eilen. Die Newton untersucht gerade den Nexus (auch bekannt aus den ST Kinofilmen), einem Ort, an dem Träume real werden und der das Potential hat, einen durch Raum und Zeit zu schicken. Der Nexus mäandert durch den Weltraum und kommt dabei dem Gebiet der Kinshaya, den häretischen Mitglieder des Typhon-Pakts, immer her. Natürlich will die Sternenflotte so eine machtvolle Raumanomalie nicht dem Feind in die Hände fallen lassen.

Die Befehle lauten: Zerstörung. Denn wie man es aufhalten oder umleiten kann, hat noch keiner herausgefunden. Cpt. Picard hadert mit diesem Befehl, schließlich ist er einer der wenigen, die einige Zeit im Nexus verbracht und wieder herausgefunden haben. Doch Picard beugt sich dem Notwendigen und gemeinsam mit der Newton bereitet sich die Enterprise auf die Zerstörung des Nexus vor.

Doch der Plan schlägt fehl, der Energiestrahl der Newton kollabiert. Ein Unfall oder Sabotage? Und wer steckt dahinter? Während Picard Antworten sucht, nähern sich Schiffe der Kinshaya. Ein Spion ist an Bord der Newton, soviel scheint sicher. Während dieser mit einem Shuttle flieht, versucht Picard ihn aufzuhalten. Dabei werden beide in den Nexus gezogen ...



Persönlicher Eindruck

Die Geschichte an sich war stimmig, und wie Picard dann schließlich dem Nexus entkommen und die Problematik gelöst hat, hat mir auch gefallen. Auch die fast schon krimiartige Fragestellung, wer der Täter war und warum er gehandelt hat, war gut. Die temporale Verwicklung, die sich aus dem Nexus ergibt, war recht originell. Die Erlebnisse, die Picard im Nexus hatte, waren gut geschildert.

Aber es war für mich persönlich der schwächste Band der TNG-Reihe. Ich denke, die 117 Seiten waren auch einfach zu kurz. Es hätte noch viel mehr Potential drin gesteckt. Kolb und Bryant wirkten zu wenig ausgearbeitet, agierten fast schon stereotyp. Da bin ich von der Reihe besseres gewohnt. Picard ist in dieser Folge der Held, aber auch seine inneren Kämpfe mit dem Nexus, durchaus persönlicher Natur, wurden zu kurz und stereotyp abgehandelt. Der Autor ist durch alles einfach durchgerauscht, ohne Akzente zu setzen.

Bei der Zeichnung der übrigen Besatzungsmitglieder hat man sich auf die vorherigen Bände gestützt und keinen neuen Aspekt hinzugefügt. Es gab nur wenige herausragende Dialoge. (Der Meister hier für mich ist David Mack, bei dem jeder Dialog Bühnenqualität hat.) Zudem glaube ich nicht, dass Worf, wie vom Autor behauptet, auf einem Klingonenschiff seinen Captain umbringen würde. Andere Klingonen - sicher. Worf? Eher nicht. Geärgert hat mich auch, dass T'Ryssa Chen in einem Nebensatz als Vulkanierin bezeichnet wurde. Technisch gesehen mag das stimmen, aber T'Ryssa hat sich eben selbst nie als Vulkanierin gesehen - sowas müsste der Autor eigentlich wissen. T'Ryssa ist auch immer geeignet, einer Situation eine Prise hintergründigem Humor hinzuzufügen; das wurde in diesem Buch leider nicht genutzt, sie bleibt ein reiner Stichwortgeber. 

Am originellsten ist noch die Begegnung mit den Kinshaya, da wir noch nicht allzuviel von dieser Spezies wissen, konnte der Autor hier einiges neues anbringen. Ich mag einfach die Bände mehr, die sowohl eine gute Geschichte als auch gute Charaktere haben - dieser Band kann nur mit der Geschichte aufwarten, mir ist das zu wenig.

Gut 3 Euro für diesen Band sind ok, mehr würde ich dafür auch nicht bezahlen wollen. Gelesen hat man das Buch an einem Abend.


3 Zitate

"Das ist ein Umkehreffekt", rief La Forge. "Ihr Impuls bricht zusammen!"
"Commander La Forge, initiieren Sie die Notabschaltung." Picard gab den Befehl, ohne nachzudenken. Wenn der Impuls des anderen Schiffes zusammenbrach, dann konnte der Feedbackeffekt durch den Nexus auf die Enterprise wirken, und es gab keine Möglichkeit vorauszusagen, welchen Schaden das anrichten könnte. "Schneiden Sie uns ab!" [Zufallszitat, Pos. 420]

Das Bild ruckte, dann manifestierte sich der Blick in einen reich geschmückten Raum, der eher einem Wallfahrtsort glich als dem Kommandodeck eines Raumschiffs. ... Operationsnischen, flache, konkave Vertiefungen im Boden, waren von kauernden Kreel-Leibeigenen besetzt oder von den greifartigen Kinshaya selbst. ... Aus dem Zentrum des Bilds starrte eine ältere Kinshaya den Fremden finster entgegen. Eine Bischöfin, vermutete Worf, falls er sich nicht irrte. Ihre Federn waren ergraut und verblasst, doch der offenbare Hass in ihren dunklen Augen trat klar zutage. [Pos. 1087]

Der El-Aurianer wies auf Kolb, der nun mit seiner Familie auf der Picknickdecke saß, Obst aß und mit seinem Sohn scherzte. ... "Kolb kann nur in ein Leben zurückkehren, dass das Gegenteil von dem ist, was Sie hier sehen, nämlich das sichere Wissen, dass all die, die er so sehr liebte, tot sind und dass nichts, was er tun könnte, sie wieder zurückholt." 
Picard sah auf. Die Sonne schien schneller über den Himmel zu ziehen, als sie sollte. Zu rasch wurde es früher Abend. "Das ist der Tag, an dem es passierte", murmelte er. "Der Tag, an dem die Borg Deneva zerstörten. "
"Kolb wird nicht gestatten, dass das passiert", sagte Soran ... "Er wird diesen Tag wieder und wieder erleben, zeitlos und perfekt..." [Pos. 1347]  

 
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Kommentare:

  1. Ich war schwer enttäuscht, weil der Roman die Ereignisse aus Star Trek 7 irgendwie belanglos machen. Hier war alles noch größer und bombastischer.

    Das fand ich schade

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