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| #writingfriday |
Von schwangeren Gläubigen, einem magischen Telefonat und einem Mann ohne Hand
Fortsetzung der Geschichte "Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen" und die #Writing-Friday-Aufgabe "Eine Frau verwählt sich und landet bei
einem fremden Mann. Unerwartet beenden sie das Gespräch aber mit einer
Verabredung. Schreibe das Telefonat dazu auf."
Fassunglos hörte Marlene Lukas' Geständnis zu. Er war sterilisiert, konnte nach medizinischem Stand gar keine Kinder zeugen und hatte ihr es jahrelang verschwiegen, sie Monat für Monat hoffen lassen, schwanger zu werden. Alles, weil er zu feige war, die Lüge aufzulösen. Und je länger es andauerte, umso schwieriger sei es gewesen. Hatte er überhaupt eine Ahnung, in welchen Schmerz er sie dadurch stürzte? In einen Schmerz, der unnötig gewesen wäre. Ihr Glaube war ihr eine Hilfe gewesen, um ihren Frieden mit dem Schmerz zu machen. Ein Schmerz, an dem Lukas' Schweigen Schuld gewesen war.
Als Lukas fertig war mit seiner Beichte, sah er voller Angst zu Marlene, aber gleichzeitig fühlte er, dass eine große Last von seiner Seele purzelte.
Marlene hingegen war noch immer wie betäubt. Von dem ganz großen Glücksgefühl fiel sie innerhalb weniger Minuten in eine Enttäuschung, von der sie nicht geglaubt hatte, dass es sie überhaupt geben könnte. "Lass mich allein", brachte sie tonlos hervor. Lukas machte einen halben Schritt auf sie zu, aber ein Blick auf ihre Miene brachte ihn zu der Überzeugung, es sei besser, sich zu trollen. "Bin bei den Schneckis", murmelte er. Ja, natürlich, sein Schneckenzimmer, da war er sowieso stundenlang und da konnte er, wenn es nach Marlene ging, erstmal bleiben. Die Schneckis waren für ihn wie seine Babys - und nun würde er mit Marlene zusammen ein Baby haben.
"Oh mein Gott, was soll ich tun?" Marlene ließ sich auf das Sofa sinken. Das Telefon klingelte und am Display sah Marlene, dass es ihre Freundin Lucy war. Gut, ein bisschen Ablenkung würde ihr nicht schaden. Ob sie schon bereit war, über Lukas Verrat zu reden, wusste Marlene allerdings nicht.