Inspiriert durch den Philosophie-Podcast "Sag niemals Nietzsche" von den klugen und sympathischen Frauen Christiane Stenger und Samira El Ouassil, konkret gesagt von der Folge "Ungerechtigkeit und Buch" hab ich mir weitere Gedanken gemacht, was ein Buch leisten soll oder kann.
Bücher bestehen aus Wörtern. Wörter ist sichtbar gemachte Sprache. Und unsere Sprache setzen wir ein, um unsere Erfahrungen und Gedanken zu vermitteln. Aus Hirnchemie wird so etwas, über das man sprechen kann. Worte konstruieren unsere Wirklichkeit. Sie beschreiben und verschlüsseln unsere Erfahrungen und führen unsere Gedanken.
Die geballte Kraft von Wörtern in einem Buch kann also Großes bewirken.
Durch ein gutes Buch nehmen wir einen anderen Blickwinkel ein. Wir schlüpfen in gewisser Weise in die Schuhe von anderen Existenzen. Wir wechseln unsere Perspektive. Beispielsweise zu einer Opferperspektive. Sämtliche Biographien und Erlebnisberichte gehören dazu, Gegenwartsromane - aber auch Science-Fiction. Denn es geht nicht nur darum zu erfahren, was ist, sondern auch, was sein könnte. Eine andere Wirklichkeit muss nicht real sein, aber denkbar.


