Donnerstag, 11. Juli 2019

[Lesegedanken] Was kann ein Buch leisten?



Inspiriert durch den Philosophie-Podcast "Sag niemals Nietzsche" von den klugen und sympathischen Frauen Christiane Stenger und Samira El Ouassil, konkret gesagt von der Folge "Ungerechtigkeit und Buch" hab ich mir weitere Gedanken gemacht, was ein Buch leisten soll oder kann.

Bücher bestehen aus Wörtern. Wörter ist sichtbar gemachte Sprache. Und unsere Sprache setzen wir ein, um unsere Erfahrungen und Gedanken zu vermitteln. Aus Hirnchemie wird so etwas, über das man sprechen kann. Worte konstruieren unsere Wirklichkeit. Sie beschreiben und verschlüsseln unsere Erfahrungen und führen unsere Gedanken.

Die geballte Kraft von Wörtern in einem Buch kann also Großes bewirken.


Durch ein gutes Buch nehmen wir einen anderen Blickwinkel ein. Wir schlüpfen in gewisser Weise in die Schuhe von anderen Existenzen. Wir wechseln unsere Perspektive. Beispielsweise zu einer Opferperspektive. Sämtliche Biographien und Erlebnisberichte gehören dazu, Gegenwartsromane - aber auch Science-Fiction. Denn es geht nicht nur darum zu erfahren, was ist, sondern auch, was sein könnte. Eine andere Wirklichkeit muss nicht real sein, aber denkbar.

Dienstag, 9. Juli 2019

[Kunst&Kultur] Shakespeares wilde Weiber: Sommernachtstheater in Bad Herrenalb

Das Sommernachtstheater - aus der Not eine Tugend gemacht


Seit 20 Jahren gibt es schon das alljährliche Sommernachtstheater in Bad Herrenalb und ich habe es schon oft besucht, seit ich in der Stadt wohne. Es findet im Wechsel im Klosterviertel oder auf der Schweizerwiese statt. Dieses Jahr wurde die Zuschauertribüne wieder im Klosterviertel auf der Wiese neben dem Paradies, also der Klosterruine, aufgebaut, die Bühne umrahmt von den großen Bäumen. Ein stimmungsvoller Ort. Gottseidank hatten wir dieses Jahr Glück mit dem Wetter, kein Wolkenbruch oder so und noch gegen 22 Uhr war es ausreichend warm. Bei einer Freilichtbühne ist das Wetter ja ein entscheidender Faktor, wir hatten auch schon Vorstellungen, die abgebrochen werden mussten.

Lustig war es vorher und währenddessen, ich war in einer netten Damenrunde mit Mutter, Tante, Großcousine, Großtante etc. Eine von uns ist sogar extra aus Hessen für diese Vorstellung angereist. Und wir alle waren begeistert, wirklich begeistert. Es wurde aus dem Publikum auch lautstark nach einer Zugabe verlangt. Man stelle sich das mal vor: Eine Zugabe in einem Theaterstück! Seht das hier:

Montag, 8. Juli 2019

[Neuzugänge] Juli 19: Bücherschrank, Bloggerportal und eine Podcastempfehlung

Ja ja ja ... ich konnte mich mal wieder nicht zurückhalten und hab meinen SUB (in dem Fall ein Regalfach) erweitert. Aber! Es ging einfach nicht anders...


Eine Podcastempfehlung


Wunderstoffe

Wunderstoffe - Zehn Materialien, die unsere Zivilisation ausmachen von Mark Miodownik


Dieses Buch wurde im Podcast "Sag mal, du als Physiker" in der Folge "Wir haben den Durchblick" (Staffel 2, Folge #20) gelobt als ein Werk, in dem die Physiker nachgeschlagen haben, bevor sie etwas darüber erzählen, warum Glas durchsichtig ist (das hat etwas mit der Atomstruktur zu tun und mit Elektronen, die sich von Photonen kaum beeinflußen lassen).

Der Autor ist Materialforscher und erklärt, woher Beton, Papier, Glas und Schokolade ihre spezifischen Eigenschaften haben. Ich bin schon sehr neugierig!





Das Rezi-Exemplar


auf Bäume klettern vor Fenster

Der Mann, der auf Bäume klettert: Einblicke in einen verborgenen Kosmos zwischen Himmel und Erde von James Aldred


Dieses Buch hab ich als Rezi-Exemplar vom Bloggerportal bekommen. Es geht um einen Mann, der auf Bäume klettert - wie der Name ja schon sagt. Er macht das als Beruf, ist Fotograf und Filmemacher. Hier berichtet er aus diesem "verborgenen grünen Kosmos", "eine faszinierende Reise um die Welt ... mystische Feigenbäume in Borneo, Brüllaffenbäume in Costa Rica und Königs-Eukalyptus-Bäumen in Australien."

Ich bin gespannt, denn ich liebe ja Bäume und Wälder; und einen Beruf, in dem man davon lebt, über Bäume zu berichten - wow! Außerdem interessiert mich, das James Aldred zu berichten hat.




Samstag, 6. Juli 2019

[Rezension] 100 Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez


Klassiker der Weltliteratur! Familiensaga aus dem fiktiven kolumbianischen Dorf Macondo. 

Nach dem José Arcadio Buendía den ihn auslachenden Prudencio umgebracht hat, fliehen er und seine Frau Úrsula Iguarán vor seinem traurigen Geist und gründen das Dorf Macondo, zusammen mit weiteren getreuen Freunden. Zunächst ist das Dorf isoliert und die tugendhaften Bewohner glauben, sie leben auf einer abgeschiedenen Halbinsel. Doch schließlich tauchen die ersten Zigeuner mit Handelswaren und zur Unterhaltung auf und nach und nach holt die Zivilisation Macondo ein. Macondo prosperiert und blüht; bis es schließlich dem Niedergang anheimfällt.

Persönlicher Eindruck


Dieser lateinamerikanische Roman trägt zu Recht den Titel "Klassiker der Weltliteratur". Die Geschichten um die Familie Buendía spiegeln erkennbar die Geschichte Kolumbiens wieder und haben dennoch auch noch weitere Dimensionen. Sie sind manchmal lustig, wahnhaft, traurig, hintergründig, real, fantastisch... dabei aber stets anregend.

Donnerstag, 4. Juli 2019

[Rezension] Knochenmädchen von Daniela Arnold

Knochenmädchen Kindle Ausgabe
Alisa Ekonen glaubt ihre ganze Familie sei bei einem schrecklichen Unglück ums Leben gekommen und nur sie habe knapp überlebt. Über zwei Jahrzehnte später fällt ihr ein Film in die Hände, der offenbart, dass alles eine schreckliche Lüge war. Alisa macht sich in ihre ehemalige Heimat nach Finnland auf, um nach Antworten zu suchen. Dort gerät sie in den Mittelpunkt einer grauenhaften Mordserie, bei der alle Spuren direkt zu Alisa selbst führen.
Parallel ermittelt die Kripo des finnischen Küstenstädtchens Turku in einer dramatischen Entführungsserie. Kinder werden vermisst, tauchen aber Tage später wieder auf, scheinbar unversehrt. Als schließlich die Leichen der Eltern der Kinder gefunden werden, spitzt sich die Lage zu. Dann verschwindet erneut ein kleines Kind …

Persönlicher Eindruck


Knochenmädchen ist ein Thriller einer Self-Publisherin, der in Finnland spielt. Thriller lese ich selten, aber bei diesem hat mich das Sujet total angesprochen. Alisa ist in Finnland geboren und nach dem Unfalltod ihrer Familie, so erzählte es die Großmutter, im Alter von 4 Jahren zu eben dieser nach Deutschland gekommen. Durch einen schrecklichen Film erfährt sie die Wahrheit. Aber wie wahr ist diese Wahrheit? Sie macht sich auf nach Finnland, um die Wahrheit über sich und ihre Familie und das, was ihr im Alter von vier Jahren zugestoßen ist, zu ergründen.

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