Samstag, 9. März 2019
[Lesegedanken] Der Spoiler
Wir Buchblogger scheinen vor ihm Angst zu haben und ihn zu meiden wie Klingonen Tribbles. Eifrig versichern wir, dass unsere Rezensionen spoilerfrei sind und kennzeichnen Passagen, die wir als Spoiler empfinden, eilfertig mit entsprechenden Hinweisen. Eine Rezension mit Spoilern, das ist pfui. Und eine Rezension mit vielen Spoilern, da ist der Rezensent sozusagen eine Persona non grata.
Doch ich denke, das sich hier (wie bei so vielem im Leben) ein differenzierter Blick lohnt. Sind Spoiler wirklich immer etwas, das man vermeiden muss?
Dienstag, 5. März 2019
[Rezension] Coco Chanel von Nadine Sieger
Coco Chanel schrieb Modegeschichte. Ihr Parfüm Chanel No. 5, das kleine Schwarze, schlichte Hosenanzüge - Coco befreite die Frauen von voluminösen Kleidern, in denen sie sich kaum bewegen konnten. Und ist bis heute eine Modeikone, eine Frau, die den Stil seit den 1920er prägte
Persönlicher Eindruck
Meine dritte Romanbiographie aus dem Hause Herder, Reihe "Starke Frauen" ist die erste, die mich völlig überzeugte (meine Vorstellungen hier von Hildegard von Bingen und Gabriele Münter).
Ohne viel Spekulation, aber auch nicht zu sachlich; mit genau der richtigen Mischung aus Fakten und Emotionen erzeugt Nadine Sieger Spannung und stellt den Menschen Coco und die Designerin Chanel vor.
Mittwoch, 27. Februar 2019
[Rezension] Star Trek / Planet der Affen von Tipton, Tipton, Stott und Kirchoff
Zwei Science-Fiction-Serien treffen aufeinander. Die originale Enterprise-Besatzung reist durch ein geheimnisvolles Portal in ein Paralleluniversum. Hier mischen sich die Klingonen in die Entwicklung des Planeten der Affen ein; bewaffnen eine Seite und wollen so ihre Einflußsphäre erweitern.
Persönlicher Eindruck
Kirk, Spock und seine Besatzung treffen auf den Planeten der Affen. Dieses Cross-Over funktioniert wunderbar. Der Planet der Affen ist in einer Parallelwelt, in der die Erde eben eine abweichende Entwicklung nahme. Die Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans scheinen auch nicht exotischer als Klingonen oder Vulkanier. Für mich hat diese Geschichte Potential für mehr, es wirft wirklich das Kopfkino an.
In fünf Kapiteln, das entspricht den ursprünglichen fünf Einzelbänden, wird die Geschichte erzählt. Die Enterprise merkt, dass die Klingonen irgendetwas im Schilde führen, folgen ihnen zu einem Portal - und schließlich hindurch, entdecken dort den Affenplaneten und decken die Pläne der Klingonen auf. Das alles wird eher behutsam erzählt, keine wilden Actionszenen und eine angemessene Plotlänge. (Mir ist es generell etwas zu wenig Geschichte, wobei man fairerweise sagen muss, dass in einen Comic/Graphic Novel eben nicht mehr reinpaßt. Das Genre gefällt mir, aber ich werde es wohl eher selten konsumieren.)
Freitag, 22. Februar 2019
[Rezension] Frauen dürfen hier nicht träumen - Mein Ausbruch aus Saudi-Arabien, mein Weg in die Freiheit von Rana Ahmad
Eine Autobiographie von Rana Ahmad, Atheistin aus Saudi-Arabien.
Rana ist Atheistin - und lebt in Saudi-Arabien. Eine Mischung, die sich ganz schlecht verträgt. Ex-Muslime in Saudi-Arabien haben genau drei Optionen: Eine Lüge leben; Todesstrafe oder Flucht. Rana entscheidet sich für die gefährliche Flucht. Heute lebt sie in Deutschland und kann von ihrem früheren Leben in Saudi-Arabien, ihrer Hinweg zum Atheismus/Humanismus und ihrer Flucht berichten.
Persönlicher Eindruck
Für westliche Leser ist das, was Rana aus ihrem Leben in Saudi-Arabien berichtet, schier unglaublich. Klar, so ungefähr wusste ich schon, dass die Frauen sich dort verschleiern müssen. Aber was es genau bedeutet und wie wenig Rechte Frauen dort haben, das war mir nicht klar.
Dienstag, 19. Februar 2019
[Rezension] Aus der Tastatur gefallen - Gedanken über das Leben, den Tod und schwarze Hüte von Terry Pratchett
Eine Anthologie mit Reden, Essays und Artikeln von Terry Pratchett, dem Autor der Scheibenweltromane. Ein weiter Bogen von Themen wird gespannt, aufgeteilt in die Kapitel
- Der Störer mit dem Stift
- Ein weltfremder Träumer
- Tage des Zorns
Persönlicher Eindruck
Terry Pratchett ist sicherlich vielen ein Begriff. Seine Scheibenweltromane sind extrem erfolgreich; sie sind irrwitzige und realistische Fantasy, unterhaltsam, lustig, ernsthaft ... Ich mag sie total gerne.
Der Autor hinter den Geschichten, über ihn hab ich noch nie so richtig nachgedacht. Deshalb bin ich froh, Terry Pratchett nun mit dieser Anthologie ein wenig kennenzulernen. Er ist eigentlich wie seine Bücher ... nachdenklich, ernsthaft, witzig, und auch bescheiden. Ich hab jeden Tag nur eine oder zwei Artikel gelesen, deshalb hab ich lange gebraucht, aber ich hab mich gut unterhalten gefühlt. Sein Schreibstil ist flüssig, gut zu lesen und humorvoll. Wie er da aus seinem Leben plaudert, das ist ganz großes Kino... Seine Art, über das Leben nachzudenken und Dinge in Worte zu fassen, ist einzigartig.
Johnny war klein und dick, der finstere Lokalredakteur Ken Burroughs hingegen lang und dünn. Wenn die beiden um die Mittagszeit zum Pub loszogen, sah es immer so aus, als machte die Zahl 10 einen Spaziergang. (S. 291)
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