Samstag, 9. Juni 2018

[Rezension] Liebes Tagebuch: Hilfe, ich bin schwanger von Audrey Harings

Tagebuch von Jojo


Liebes Tagebuch: Hilfe, ich bin schwanger
Audrey Harings,
Jugendbuch, 200 Seiten
Verlag Kerstin Bumiller, Mai 2018
ISBN: 978-3981990607
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WoherRezensionsexemplar der Autorin, die mich angefragt hat. Ich danke für dein Vertrauen und für das Exemplar, Audrey!


So fängt es an


Hallo, liebes Tagebuch.

Zusammenfassung

Die 13-jährige JoJo hat zum Geburtstag ein Tagebuch bekommen und schreibt, was bei ihr so passiert. Über den neuen Job ihrer Mutter, ihre Hündin Foxi, das neue Schuljahr und den tollen Französischunterricht. Aufregend - erstmals darf sie eine Stunde am Tag ins Internet und lernt auf Facebook gleich einen tollen Jungen kennen. Naiverweise trifft sie sich mit ihm - und schläft beim Date ein. Der Junge ist danach weg. Jojo vertraut sich ihrem Tagebuch an, als danach ihr Körper auf einmal seltsame Sachen - was ist nur los mit ihr?




Persönlicher Eindruck


Johanna Jochen, genannt Jojo ist eine ganz normale 13-jährige. Ihrem Tagebuch, das sie zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, schreibt sie von ihrem Alltag. Der Leser erfährt so einiges, aber immer aus der Sicht von Jojo. Die Sprache und Jojos Sichtweise sind authentisch die einer 13-jährigen.

Jojo lebt bei ihrer Oma, die sie nur Hanna nennt, weil sie so cool ist, und ihrer Mutter. Die hat einen neuen Job, Anwaltssekretärin. Es gibt außerdem noch die Hündin Foxi. Einen Vater hat es nicht. Jojo findet das einerseits sehr schade, andererseits bleibt ihr die Erfahrung ihrer Freundin erspart, dessen Eltern sich getrennt haben und deren Vater jetzt eine neue Freundin hat, die unausstehlich ist.

Große Ereignisse sind für Jojo der neue Französischunterricht, sie findet die Sprache wunderbar, und ihre erste Periode. Etwas nervig, mit diesen Krämpfen, andererseits aber auch aufregend. Auch andere Erlebnisse des Alltags hält sie fest, und das war durchaus interessant zu lesen, da Jojo einen sehr ehrlichen Schreibstil hat.

Jojo bekommt außer dem Tagebuch noch etwas geschenkt - einen Laptop, und mit dem darf sie nun eine Stunde am Tag ins Internet. Sehr wenig, findet Jojo, hält sich aber dennoch dran. Sie ist sehr begeistert, wieviele Freundschaftsanfragen bei Facebook sie bekommt. Ihre Freundinnen haben ihr gesagt, sie soll angeben, dass sie 16 sei, weil Kinder bei Facebook nicht zugelassen sind, und Jojo macht mit schlechtem Gewissen genau das.

Als ein Junge names Matt sie anchattet, ist sie sehr aufgeregt und chattet zurück. Der erwachsene Leser hat natürlich gemischte Gefühle bei Matt, doch Jojo ist sehr aufgeregt, dass sich ein Junge für sie interessiert. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, sie hätte schon früher ins Internet gedurft und etwas Unbedarftheit abgelegt.
Schließlich trifft sich Jojo mit Matt - beim erwachsenen Leser schrillen alle Alarmglocken. Sie folgt dem netten Jungen naiv in einen Keller, trinkt dort etwas - und schläft peinlicherweise ein. Danach ist der Junge verschwunden und meldet sich auch nicht mehr bei Jojo.

Die Darstellung des Verbrechens aus der Sicht von Jojo, die außer einen gewissen Naivität nichts falsch gemacht hatte und ohne es zu merken zum Opfer wird, ging mir unter die Haut. Leider schrieb Audrey Harings nach einer wahren Geschichte, es tut mir sehr leid für die Opfer von solchen K.O.-Tropfen. Auch das, was danach folgte, die Schwangerschaft, wird authentisch aus der Sicht einer 13-jährigen erzählt. Ihre Gedanken, ihre Gefühle - und, glücklicherweise, eine Familie, die unbeirrbar hinter ihr steht.

Das Buch endet positiv, passend zur Grundstimmung, die getragen wurde von Jojos liebender Familie. Fast ein wenig "schmalzig" war mir das Liebesglück von Jojos Mutter, andererseits war es aber auch schön.


Die Gestaltung ist sehr gelungen, das Buch ist wirklich wie ein Tagebuch gemacht, mit kleinen Kritzeleien und einer Schreibschrift. Audrey Harings hat diese Schriftart selbst entworfen und ihrer eigenen Handschrift nachempfunden. Dadurch konnte ich total in diese Geschichte eintauchen.

Lesen oder nicht?


Aus der Sicht einer 13-jährigen wird von einem schwierigen Thema berichtet. Dabei wird klar, dass es zwar ein erschütterndes Ereignis in ihrem Leben war, ihre Persönlichkeit aber von soviel mehr gestaltet wird und sie auch großes Glück hat.

Trigger: K.O.-Tropfen, ungewollte Schwangerschaft

Gesamtbewertung: ⭐⭐⭐⭐

 

Zitate


Ansonsten schreib ich ja immer die Zitate ab - diesmal fand ich aber Bilder passend, damit ihr euch ein Bild (haha!) der Schrift machen könnt.

Ausschnitt aus dem Buch
Jojos erste Periode - S. 50

Jojo freut sich auf morgen (Zufallszitat)

Etwas unglaubliches ist passiert



Weitere Meinungen

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Kommentare:

  1. Liebe Daniela,

    erstmal: Ich finde es sehr wichtig, dass es solche Bücher gibt. Auch wenn ich sagen muss, dass ich nicht verstehen kann, wie Eltern ihre Kinder so wenig aufklären können.
    Angefangen damit, wie man sich mit dem ersten Internet-Date daheim treffen kann.
    Meine Mutter hat mir bis zum Erbrechen eingetrichtert: Lass das Glas NIE unbeaufsichtigt.
    Oder dass sie wegen ihrer Periode schreiend ins Bad rennt. Für mich auch ein Zeichen, von wenig Aufklärung.
    Aber das Schlimme ist ja, diese Unaufgeklärtheit gibt es selbst heute noch. Auch wenn ich nicht verstehe warum. Man kommt in den Medien doch um das Thema (egal welches der drei), gar nicht drum rum.
    Gut, dass die Autorin sich dem Thema annimmt.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    Antworten
    1. Hi Petrissa,
      erst wollt ich dir spontan Recht geben ... aber dann wäre dieses Buch recht sinnlos geworden. Es ist ja nach einer wahren Geschichte passiert. Manche Kinder sind einfach noch ziemlich vertrauensselig und naiv und in dieser Familie wurde wohl auch keine digitale Kompetenz betrieben, wenn sie auch sonst sehr liebevoll war. Doch eher ein Zeichen davon, dass man die Kinders früher ins Netz lässt?
      Die Autorin lässt uns hier unsere eigenen Schlüsse ziehen. Vielleicht sind Lösungen ja auch gar nichr so wichtig, sondern mehr dieses Bewusstwein.

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