Montag, 2. Juli 2018

[#MutzurNische] Frauen im 9. Jhdt - Bluthund

Mut zur Nische - Bücher abseits des Mainstream
#mutzurnische



Unsere diesmonatliche Mut-zur-Nische-Aktion befasst sich mit dem Roman "Bluthund" von Julia Lalena Stöcker. Meine Rezension findet ihr hier, in diesem Beitrag möchte ich etwas zur Rolle der Frau im 9. Jhdt. erzählen.

Bluthund - Kindle Edition

Mystisch und historisch
Der Roman "Bluthund" spielt im Jahr 881 in Sussex. Eine Zeit, die lange zurückliegt und über die viele von uns gar nicht viel wissen. Bücher, die in dieser Zeit spielen, sind rar gesät. Auch das war ein Grund, der mich an der Geschichte gereizt hat.

Cynuise ist eine starke Persönlichkeit, die zuerst gar nicht heiraten möchte. Sie hat Kenntnisse im Heilen und ist von adeligem Geschlecht. Im Buch heiratet sie dann aber doch, den Krieger Falkoth, den sogenannten Bluthund.

Als Frau im frühen Mittelalter hat Cynuise als verheiratete Frau eine bessere Stellung wie als unverheiratete Frau. Das Recht schützte sie vor den Übergriffen von Männern, geahndet wurden unerlaubte Berührungen der Frau. Die Geldstrafen richteten sich danach, welcher Körperteil berührt wurde - Finger, Ellenbogen, Brust oder Haupt. Auch Vergewaltigungen wurden streng geahndet.



Von den Frauen wurden aber auch strenge moralische Standards verlangt, wie Tugendhaftigkeit, Sittsamkeit und - als Ehefrau - absolute Treue. Dass Cynuise einige Zeit von Wikingern gefangengehalten wurde, ist schon ein Problem, denn ihr wird unterstellt, vergewaltigt worden zu sein. Erst nach der Hochzeit stellt sich heraus, dass sie - was für ein Glück - tatsächlich noch Jungfrau ist. Die Ehe der beiden ist durchaus eine öffentliche Angelegenheit, so hängt denn auch Falkoth das blutbefleckte Bettlaken als Zeichen von Cynuises Jungfräulichkeit, weithin sichtbar zum Fenster hinaus.

Das Christentum war die vorherrschende Religion, wobei man aber sagen muss, dass die Rechte der Frauen sich durch den Einfluß der Kirche verschlechterten. Die Familie war patriarchalisch gegliedert, die Männer standen der Familie vor. Frauen durften sich nicht selber vor Gericht äußern, nicht direkt erben, nicht direkt ihr Eigentum verwalten, sondern mussten immer durch einen männlichen Vertreter handeln. Hier kam es sicherlich auf die Frau selber an, ob sie durch den Vertreter ihren Willen durchgesetzt bekam, oder sich dessen Willen aufdrücken ließ. Im Buch kann sich Cynuise nicht dagegen werden, verheiratet zu werden und sie fügt sich schließlich in ihr Schicksal.

Unverheiratet zu sein oder gar von seinem Ehemann verstoßen zu werden, war durchaus ein perspektivisches Problem für die Frauen. Cynuise hätte bspw. ins Kloster gehen können oder versuchen können, als Heilerin und Hebamme zu arbeiten. Falkoths Schwester lebte mit einigen anderen Frauen zusammen in einem reinem Frauenkloster (das allerdings dem "alten Glauben" huldigte). Doch für Frauen war es eben nicht so einfach, eigenbestimmt zu leben.

Das mal ein Einblick in ein Thema im Buch, das mir wirklich gut gefallen hat.

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Quellen und weiterführende Literatur:
https://www.audimax.de/fileadmin/hausarbeiten/geschichte/Hausarbeit-Geschichte-Frauen-im-Mittelalter.pdf

Daten zum Buch:
Bluthund - Hlew-Reihe
Band 1 von aktuell 2, 5 sind geplant
Autorin: Julia Lalena Stöcker
Historischer Roman, 400 Seiten
Eisermann Verlag, Dezember 2016
ISBN: 978-3946172581
Affiliate Link zu Amazon
Meine Rezension des Buches hier
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Bitte besucht auch folgende Teilnehmer der Aktion #MutzurNische:

Kommentare:

  1. Liebe Daniela,

    was für eine schöne Rezension!
    Sehr spannend, was Du schilderst, wie Frauen damals behandelt wurden. Ja, verrückt, dass das blutige Lacken rausgehängt wurde. Wie sich Frauen damit wohl gefühlt haben?

    Auf die Kirche kann man echt nur wütend werden! Ich denk schon seit einer Weile, ich würde gerne mal was zu der Zeit vor Christus lesen.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Petrissa,
      vielen Dank, mir hat das Buch auch gefallen, weil das eine Zeit ist, aus derm selten etwas liest!
      Das mit dem Laken ist schon aus heutiger Sicht etwas seltsam. Aber die Jungfräulichkeit hatte ja lange einen hohen Stellenwert, wir haben ja schon mal drüber disktutiert, das hat sehr viele Ebenen.

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