Dienstag, 30. Januar 2018

Sailing on forbidden Seas von Markus Brunner

Cover mit T'Pol, Trip und Archer
#startrek


Roman, etwa 500 Seiten
Selfpublisher, Februar 2017
Genre: Science-Fiction, Fan-Fiktion, Star Trek

Den Roman könnt ihr hier kostenlos in den Formaten PDF, EPUB und MOBI herunterladen, es gibt auch eine Taschenbuchausgabe, die hier direkt beim Autor bestellbar ist.


Woher: Der logische Vorläuferband The Romulan War hatte mir gut gefallen und diesen Band hatte ich deshalb schon länger auf meiner Liste liegen.


Erster Satz


In keinem Zeitalter zuvor war das Leben aller Klingonen von so unermesslichem Wohlstand, von Eintracht und von Stolz geprägt gewesen, als zur Herrscherzeit des Ersten Imperators

Zusammenfassung


Nach dem Ende des romulanischen Krieges wollen die vier Kriegsverbündeten Terra, Andor, Vulkan und Tellar sich wieder der übrigen Koalition anschließen. Zu ihrer großen Überraschung haben die sich mittlerweile mit dem klingonischen Reich verbündet und lehnen eine erneute Aufnahme der vier großen Mächte ab.

Archers Enterprise ist großteils wieder in Stand gesetzt, allerdings wurde ihre Höchstgeschwindigkeit aus Sicherheitsgründen auf Warp 3,1 begrenzt. So ist es kein Wunder, dass Archer mit jeder Menge Versetzungsgesuchen konfrontiert wird. Allerdings trifft ihn Trips Versetzungsgesuch trotzdem hart, der Chefingenieur ist auch seltsam launisch in letzter Zeit. Was Archer nicht weiß: Trip hatte, genau wie Shran, zugestimmt, über die Verwandtschaft der Romulaner mit den Vulkaniern zu schweigen und nach einem Jahr in das romulanische Exil zu gehen. Dieses Versprechen liegt ihm jetzt aber schwer auf der Seele.

Währrendessen sind T'Pol und Dr. Phlox auf einer Konferenz auf Vulkan. Seltsame Vorkommnisse geschehen und T'Pol und Phlox stellen Nachforschungen an. Diese sind sowohl direkt mit Geschehnissen aus ihrer Vergangenheit als auch mit den aktuellen politischen Entwicklungen verknüpft - und sie bringen die dunkelste Seite in T'Pol zum Vorschein...

Es geht um die Geister der Vergangenheit und wie wir mit ihnen umgehen.


Persönlicher Eindruck



Die Handlung schließt direkt an The Romulan War an und bildet auch ein Bindeglied zwischen der Serie "The Enterprise" und "Enterprise - The Original Series", also zwischen der Enterprise und der Zeit unter Archer und der unter Kirk. Markus Brunner gelingt es hier grandios, eine Brücke zu schlagen und dabei Kontinuitätsprobleme aufzulösen!

Im Mittelpunkt stehen dabei die Klingonen, die klingonische Mythologie und unsere Helden von der Enterprise: Jonathan Archer, Charles "Trip" Tucker, T'Pol und Dr. Phlox sind die Hauptprotagonisten der Enterprise, Kolos, Kahless und M'Rek die der Klingonen. 



Jonathan Archer war sowohl maßgeblich daran beteiligt, dass die Koalition gegründet wurde als auch an dem Austritt Terras, Vulkans, Andors und Tellars wegen des Krieges. Nun, da sich die Rest-Koalition, die 11 schwächeren Welten, mit den Klingongen verbündet haben, sieht er sein Werk in Trümmern liegen und erkennt, welche Fehler er gemacht hat. Hätte er den übrigen Koalitationswelten nicht wenigstens die Chance geben müssen, sich dem Krieg anzuschließen? Ist nun der Traum einer völkerverbindenen Koalition geplatzt? Eine Menge politisch betrüblicher Ereignisse geschieht. Wie aus dem ganzen Chaos dann am Ende wie Phoenix aus der Asche der Traum einer Vereinigten Föderation der Planeten entsteht, ist absolut lesenswert, hier gelingt dem Autor wirklich ein logisches Zauberstück.


Fans von Kahless und der klingonischen Mythologie kommen voll auf ihre Kosten. Aus den mythologischen Teilstücken, die wir aus der Serie kennen, macht der Autor hier ein in sich geschlossenes Ganzes. Wir erleben Boreth, bevor es zur Pilgerstätte wurde, wir begleiten Kahless auf die Barke der Toten und machen einen Sprung in den Glauben. Bilder heraufbeschwörend und athmosphärisch dicht erzählt, hat der Autor mir die klingonische Mythologie respektvoll und wertschätzend nahegebracht.

Auch auf Kronos spielt die Geschichte - Kahless der zweite ist an der Macht und hat der klingonischen Gesellschaft seinen Stempel aufgedrückt. Ratsmitglieder wie auch Kanzler M'Rek haben fast keine Macht mehr. Als Kahless, wie so viele andere Klingonen, zu einem TlhUngan mutiert, wird von den Tränenhütern ein erneuter Test zur Legitimation seiner Herrschaft gefordert. Was diese Aufforderung alles in Bewegung setzt und wie die einzelnen Ereignisse zusammenhängen, kommt nach und nach ans Licht.

Was Trip und T'Pol angeht, trübt sich die Gegenwart immer mehr durch Ereignisse aus ihrer Vergangenheit. Trip hat mit dem Versprechen zu kämpfen, das er zusammen mit Shran den Romulanern gab - niemanden zu erzählen, dass Romulaner mit Vulkaniern verwandt sind und nach einem Jahr in das romulanischen Exil zu gehen. Und T'Pol trifft erneut auf die gewissenlose Medizinerin D. D. Zora, die für den Tod ihres Babys Elizabeth verantwortlich ist. Der Gedanke an Rache ist für die Vulkanierin präsent und bringt dunkle Seiten in ihr hervor. Positiv anzumerken ist, dass die Beziehung zwischen Trip und T'Pol unbeirrbar fest ist.


Der Autor hat die Charaktere gut getroffen. Die Narben der Vergangenheit fordern ihren Tribut. Wie die Charaktere damit umgehen und sie überwinden, ist spannend dargestellt. Auch Phlox und Hoshi Sato lernen mehr über ihre eigenen Grenzen.


Die Geschichte bietet ein gerüttelt Maß an Action, Spannung, Mystik und Charakterentwicklung. Der Schreibstil ist genau, flüssig zu lesen und beschreibend, man kann sich jede Szene gut vorstellen. Insgesamt ist die Geschichte stringent und logisch erzählt, knüpft an andere Bände und die Fernsehserien an, in einer Weise, dass es genau so und nicht anders verlaufen sein muss, so denkt man. Das ist ein großes Kunststück!

 Handlettering


Handlettering zu "Sailing on the forbidden Seas"

In meinem Handlettering bildet Kahless das Fundament, wie er auch in der Geschichte das Fundament bildet und die Grundlage des klingonischen Glaubens ist. Darüber ist die Barke der Toten abgebildet, sowie Boreth und Kronos. Man erkennt die Enterprise mit Jonathan Archer, Hoshi, Travis und Gannet und darüber die Aquarius. Der Weg der beiden Schiffe sowie von Trip und Malcolm, Zora, Phlox und T'Pol ist angedeutet. Zwischen Boreth und Kronos habe ich das Messer von Kirom gezeichnet. Weitere Schlüsselwörter der Geschichte (falscher Imperator, Tränenhüter, Völkermord, Mubta, Exil und Virus) sind über das Handlettering verstreut.
Links ist der politische Zustand der Koalitation zu Beginn der Geschichte und rechts zum Schluß. Links habe ich die Wörter "Klingonisches Reich" sehr stark und mächtig gezeichnet, rechts hingegen sehen wir sie deutlich zerfassert. Bei den drei Verbündeten von Terra, Vulkan, Andor und Tellar, habe ich versucht, Wesentliches der Völker in das Lettering einfließen zu lassen. So ist Vulkan sehr geradlinig gezeichnet, Tellar etwas rundlich und die kleinen Auswüchse bei Andor sollen die Antennen der Andorianer darstellen.

Lesen oder nicht?


"Sailing on forbidden Seas" ist spannende und kurzweilige Unterhaltung, die sicherlich jeden Sci-Fi-Fan begeistern wird. Fans der Enterprise und der Klingonen werden jedoch noch mehr Freude aus dem Buch ziehen.

Gesamtbewertung




Voller Stern
Voller Stern
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Leerer Stern
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Gute Unterhaltung: Erwartung voll erfüllt
3 Sterne: Gute Unterhaltung: Erwartung voll erfüllt

Alle meine Erwartungen an das Buch wurden erfüllt, ich bin sehr zufrieden und empfehle es weiter!


3 Zitate


„Wird ein Mann als Krieger bezeichnet, so definiert man ihn über das, was er tut und er ist angehalten, stets ehrenhaft zu handeln und dem Weg des Kriegers zu folgen. Ein Soldat hingegen wird dem Titel nach definiert über das, was er für seine Taten erhält, seinen Sold, seine Belohnung. Er ist bestechlich und kann zu jeder Tat verleitet werden. Er mag vielleicht nichts Schlimmes im Schilde führen, aber der Gedanke, ob sein Handeln ehrenwert oder verwerflich ist, rückt in den Hintergrund. Ist das die Geisteshaltung, die Kahless – und damit meine ich den ersten Kahless – für uns angestrebt hat?“ [Pos. 1538]

„Überdurchschnittliche körperliche Kraft und ungezügelte Emotionen sind eine gefährliche Kombination“, sagte Phlox besorgt. [Pos. 2274]

„Ich weiß es nicht“, flüsterte T’Pol und wich sachte aus der Umarmung zurück. „Ich werde Elizabeth nie vergessen und ihnen nie verzeihen, was sie getan haben.“ [Zufallszitat, Pos. 5873]

Weitere Meinungen

  • Dahkur gefiel der Roman sehr gut, auch, weil der Autor es so meisterhaft schafft, Plotlöcher zu stopfen. (Der Link führt auf ein Fanfiction-Forum.)

Kommentare:

  1. Freut mich sehr, dass dir der Roman so gut gefallen hat. :-) Dein Handlettering ist auch wirklich toll geworden (v.a. die kleinen Antennen bei "Andor" sind eine klasse Idee), wünschte ich hätte so viel zeichnerisches Talent. Ich bin da leider völlig vom PC abhängig.

    LG Markus

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    1. Vielen Dank, Markus. Mir persönlich gefällt die Barke sehr gut und die Schriftart von "Kahless". Ich hab mit dem Lettering auch ein bisschen versucht, die Story grafisch darzustellen. :)

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