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Freitag, 10. August 2018

[#WritingFriday] PET

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PET - Unverwüstlich



Schreibaufgabe: Beschreibe einen Tag im Leben einer Plastikflasche.


Plastikflaschen, sie sind überall. Plastik, das ist eigentlich nicht so ganz korrekt. Korrekt heißt es: Polyethylenterephthalat, oder auch: PET. Die PET-Flasche, das hört sich doch gleich viel gehobener an, oder nicht?

Abermillionen dieser PET-Flaschen gibt es auf der Welt. Ein Siegeszug sondersgleichen. Sehen wir etwas genauer hin.

Der Ozean - eine unendliche erscheinende, glatte Wasserfläche. Aber an dieser Stelle, an die wir hinschauen, ist sie durchbrochen von einem künstlichen Bauwerk, dass auf vier Stelzen aus dem Wasser ragt. Es ist ein imposantes Beispiel menschlicher Ingenieurskunst. Männer, und einige Frauen, mit Helmen und in orangenen Overalls, laufen darauf herum und arbeiten. Sie verdienen gutes Geld und sind ganz freiweillig mit an Bord. Die Bohrplattform fördert Öl - das Ausgangsprodukt unserer PET-Flasche. Treibhausgase werden dabei freigesetzt.

Die Erde, von oben gesehen. Wir sehen kleine, regelmäßige Quadrate mit einem Kreis in der Mitte. Eine Raffinerie. Hier wird das Roh-Öl weiterverarbeitet. Und dann weitertransportiert. Neugierig fahren wir mit zur nächsten Fabrik. Nach dutzenden Arbeitsschritten liegen kleine Plastikpellets vor. Jetzt haben wir schon fast eine Flasche. Noch eine weitere Fabrik, die Pellets werden zu Flaschenrohlingen.

Eine weitere Fabrikhalle, weiß und nüchtern glänzt das Flachdach in der Sonne. Im Inneren ein Labyrinth von Förderbändern. Und hier sehen wir die Flaschenrohlinge wieder. Bis zu diesem Zeitpunkt hat unsere "Baby-Flasche" schon einen weiten Transport hinter sich und wurde unter großem Energieaufwand zu diesem Rohling geformt. Fast lächerlich erscheint da die Flüssigkeit, mit der sie gefüllt wird: Wasser, mit und ohne Blubber, gefärbte Säfte mit Zucker, Cola, Bier, Schweppes und anderes, die Herstellung erscheint im Vergleich zum Rohling fast unverschämt einfach. Beim Abfüller wird der Flaschenrohling zu einer Flasche geformt und mit diesen Flüssigkeiten versetzt - die PET-Flasche ist geboren.

Frühmorgens, ein etwas schäbiger Parkplatz hinter einem Supermarkt, der Hintereingang für die Waren. Es riecht etwas nach Urin und seltsame Flecken sind auf dem Pflaster zu sehen. Ein LKW bugsiert sich, nervtötend piepsend, an die Abladefläche heran. Unter anderem: Kartons und Paletten mit PET-Flaschen. Sie stehen hier schweigend in Reih und Glied und harren dem, das kommen mag. Wie vieles im Leben gibt es auch hier zwei Klassen: Die Einwegs und die Mehrwegs. Die Einwegs sind dünner, sie werden nicht mehr recycelt werden, sondern gleich zu Müll. Die Mehrwegs - sie kann man mehrere Male recyceln, also schreddern, wieder zu Pellets machen und daraus, zusammen mit frischen Pellets, wieder neue PET-Flaschen zeugen. Oder sie werden zu schönen Fleece-Decken.

Der Supermarkt hat geöffnet, die Menschen strömen herein. Wasser in Glasflaschen oder in einer Plastikflasche? Erna bevorzugt eigentlich Glas, nur, die Beine machen seit einiger Zeit nicht mehr so richtig mit. Das Plastik ist viel leichter, das bekommt sie auch noch allein in ihre Wohnung getragen. Auch der junge Vater neben ihr greift zur PET. Sein Kind ist noch klein und ungeschickt, er will sich nicht ausmalen, wenn es die Glasflasche zu Boden wirft und diese zerbricht. Lieber die unzerbrechliche PET. Das Kind gluckst, der Vater gibt ihm eine der kleineren PETs in die Hand zum Spielen. Mit großen Augen schaut das Kind nach oben zum Vater und speichelt dann die Flasche voll.

Draußen ist es ein schöner Tag, ein schöner Samstag Vormittag. Ein Radfahrer radelt vorbei. Marlin ist Mitte Vierzig und achtet auf ihren Körper. Sie ist gerne draußen, fährt viel Rad. Und sie achtet darauf, viel zu trinken. Sie füllt für ihre Radtouren immer eine 0,75 Liter PET-Flasche mit Wasser. Das ist genau die richtig Menge an Wasser.

Etwas weiter nördlich, Heavy-Metal-Bässe schrammen über das kleine Örtchen Wacken. Herbert liegt etwas ermattet, aber glücklich, neben seinem schnarchenden Kumpel Daniel. Herbert trinkt Bier, aus einer PET-Flasche. Die leeren Flaschen wirft er sehr brav in den Sammelbehälter. Nein, sagen die Wackener den angereisten Journalisten, die Heavy-Metal-Fans sehen vielleicht rebellisch aus, aber es gibt wirklich keinerlei Probleme mit ihnen. Sehr nette Leute seien das und die meisten würden auch sehr gekonnt ihren Müll trennen und überhaupt müsste man sie jetzt entschuldigen, sie müssen nämlich noch einen Kuchen backen, ja, vor allem Apfelkuchen sei doch sehr beliebt bei den Fans und ginge weg wie geschnitten Brot, einen schönen Tag dann noch.



Verlassen wir Deutschland und gehen nach Togo. Auf staubiger roter Erde liegt eine ganze Battaillon PET-Flaschen auf dem Boden. Darinnen Flußwasser, mit Mikroben. Das UV-Licht dringt durch die PET-Flasche und tötet die Mikroben, bevor diese die Menschen krank machen können. Zwei barfüssige Jungen hocken neben der Sammlung von PET-Flaschen. Ihre Mütter sind froh, Durchfälle wegen verunreinigtem Trinkwasser, das früher so manchen kleinen Kindern das Leben kostete, sind Geschichte, seit sie das Wasser erst einige Stunden in den Flaschen in der Sonne liegen lassen.

Von Togo aus gehen wir wieder hinaus auf den Ozean, wo unsere Geschichte begonnen hat. Wir schauen uns ein anderes, künstliches Gebilde an. Doch im Gegensatz zur Bohrplattform ist ein Zeugnis menschlichen Könnens, sondern eher ein Zeugnis menschlichen Versagens. PET-Flaschen und anderer Plastikmüll, entsorgt und weggeworfen, ins Meer gespült und über Bord gegangen, die eine riesige künstliche Insel bilden und sich sanft im Meer heben und senken. Hier landen sie also und werden langsam im Lauf von Jahrhunderten zu Plastikkügelchen zerrieben.

Das Plastik ist unverwüstlich.




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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den August

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Luna war so verliebt aber niemand hätte damit gerechnet, dass…“ beginnt.
  • Beschreibe einen Tag im Leben einer Plastikflasche.
  • Schreibe eine Geschichte zu folgender Situation; Du betrittst einen schummrigen, alten Laden und kaufst …(Platz für eigene Idee)… dafür wirst du dann aber verfolgt.
  • Schreibe eine Danksagung an dein Bücherregal.
  • Du bist Paartherapeutin, erzähle von einer Sitzung.

Freitag, 3. August 2018

[#WritingFriday] An mein Bücherregal

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Bücherregal!



Schreibaufgabe: Schreibe eine Danksagung an dein Bücherregal.


Anleitung: Das Gedicht ist auf folgende Melodie zu singen: Sanftes Klavier (da findet ihr auch den original Text, an dem ich mich orientiert habe)


Bücherregal,
Schöne Lesestunden sind nie egal,
Bücherregal!
Wenn sich die Worte,
Sammeln am Orte,
Und zwar zentral,
Liebes Regal!

Bin ich allein,
Bin ich in Wirklichkeit doch nicht allein,
Du bist mein.
Spannung und Ziele,
Tiefe Gefühle,
Sprechen zumal,
Trautes Regal!

Les ich ein Buch,
Zwischen den Seiten, welch grandioser Spruch,
Das was ich such!
Im Kopf das Bildnis,
Häusliche Wildnis!
Hin fliegt das Wort,
Zum anderen Ort

Bücherregal,
Schöne Lesestunden sind nie egal,
Bücherregal!
Wenn mich im Leben,
Sorgen umschweben,
Sei immer da,
Bücherregal!




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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den August

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Luna war so verliebt aber niemand hätte damit gerechnet, dass…“ beginnt.
  • Beschreibe einen Tag im Leben einer Plastikflasche.
  • Schreibe eine Geschichte zu folgender Situation; Du betrittst einen schummrigen, alten Laden und kaufst …(Platz für eigene Idee)… dafür wirst du dann aber verfolgt.
  • Schreibe eine Danksagung an dein Bücherregal.
  • Du bist Paartherapeutin, erzähle von einer Sitzung.

Freitag, 20. Juli 2018

[#WritingFriday] Weltraum oder Zukunft

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Weltraum oder Zukunft?


Schreibaufgabe: Du hast die Möglichkeit für einen Tag ins Weltall zu fliegen oder 300 Jahre in die Zukunft zu reisen. Welche Wahl triffst du?  Erzähle wieso du dich so entschieden hast.


"Mir ist so langweilig", sagte Kudo und seufzte.
"Und mir erst", ergänzte ihr Bruder Ludo und seufzte auch.

Es war einer dieser typischen sternenklaren Sternschnuppennächten, in denen ihre Eltern und überhaupt die ganze Sippe der Wünschelalben sehr beschäftigt war. Die Zwillinge Kudo und Ludo waren sich selber überlassen worden. Zunächst hatten die beiden noch sehr brav ihre Hausaufgaben gemacht (einen Aufsatz zum Thema: Die geheimen Wünsche südafrikanischer Kinder), dann mit dem Geschirr ihrer Eltern Teleportierhürdenlauf geübt (danach konnten sie gleich noch den Ixe-Fixe-Zauberspruch üben und das Geschirr wieder heile machen; auch wenn es Kudo nicht ganz so gelungen war und Ludo sich über die noch immer erkennbaren Bruchkanten lustig gemacht hatte). Eine Partie Sternenball zwischen den Jupitermonden hatten sie zusammen mit den Nachbarskindern auch schon gespielt. Aber die waren mittlerweile von älteren Geschwistern nach Hause geholt worden. Kudo und Ludo hingen gelangweilt in den Saturnringen und schlugen mit den Flügeln, es war einfach nur langweilig.

Freitag, 13. Juli 2018

[#WritingFriday] Mein Schreibtisch erzählt

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Danielas Schreibtisch erzählt


Schreibaufgabe: Dein Schreibtisch erzählt aus seinem Alltag.


Huhu, ich bin es, ich - Danielas Schreibtisch. Hört man mich gut, ja? Hach, ich bin das ja gar nicht gewöhnt, so im Mittelpunkt zu stehen. Meine Aufgabe war bisher nur, ein Schreibtisch zu sein, ein guter Schreibtisch und das bin ich schon seit 1990, ungefähr seit Daniela von ihrem alten Kinderzimmer in das größere Zimmer unters Dach gezogen ist und schon auf dem Gymnasium war. Ich habe gehört, dass sie zuvor ihre Hausaufgaben am Wohnzimmertisch bei ihrer Oma gemacht hat, aber das geht mich nichts an, das ist ihre Vergangenheit.
Klar, auch ich hatte eine Vergangenheit, ich war schon zuvor ein Schreibtisch bei Klaus. Und Klaus, das ist ein Kumpel von Jürgen. Und Jürgen, das ist Danielas Papa. Und über diese Verbindung zog ich also bei Daniela ein.

Freitag, 6. Juli 2018

[#WritingFriday] Gespräch mit Knickel - Kaufen oder Leihen?

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Gespräch mit Knickel - Kaufen oder Leihen?


Schreibaufgabe: Erstelle eine Pro und Contra Liste zum Thema:
im Buchladen einkaufen vs. Bücher in Bibliothek ausleihen. Welche Seite gewinnt?


Moderator Knickel: Hallo meine Damen und Herren und herzlich willkommen bei Gespräch mit Knickel, ihrer wöchentlichen Talkshow. Unser heutiges Thema: "Bücher - im Buchladen kaufen oder in der Bibliothek ausleihen". Begrüßen Sie mit mir: Kultusminister Heribert Schwanzer *Applaus*, Buchhändlerin Mathilde Dubenhubel *Applaus*, Bibliothekar Peter Kopfbeißer *Applaus*, Gräfin Rosalinde von Dallenbrock - sie ist Buchliebhaberin besitzt eine exklusive Privatbibliothek, und Buchbloggerin Daniela Walch.

Ja - Bücher kaufen oder leihen. Herr Kultusminister Schwanzer - wie steht die Regierung zu dieser Frage?


Freitag, 29. Juni 2018

[#WritingFriday] Der Glitzer-Gold-Bikini

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Der Glitzer-Gold-Bikini


Schreibaufgabe: Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis



11. Juni


Die Saison ist schon lange im Gange, draußen 26 Grad, alle liegen am Baggersee - nur ich hänge hier noch immer im Geschäft. Die anderen Bikinis, die Anfang April mit mir in den Laden kamen, sind alle schon weg, nur ich bin übrig geblieben. Ich muss der Tatsache ins Auge sehen - ich bin ein  Ladenhüter. Ich bin traurig.

12. Juni


Der Laden schließt. Schon wieder hat mich keine Frau mitgenommen. Die Neuzugänge kichern hämisch hinter meinem Rücken. Was stimmt mit mir nicht? Ich finde mich schön. Ja, ich bin  außergewöhnlich, ganz in Gold mit Glitter. Und Größe 46 ist auch nicht so gebräuchlich für einen Bikini. Schon ein Hingucker. Aber das mich tatsächlich gar niemand will? Niemand??

13. Juni


Wieder ein ereignisloser Tag. Höhepunkt: Einige Frauen kommen in den Laden, die nach Größe 46 aussahen. Aber alle griffen zu Einteilern.

14. Juni


Heute ist etwas Aufregendes passiert. Ein junger Mann, so um die 25 Jahre, war im Laden und ist immer um mich herum geschlichen, hat mich ein paar mal auch in der Hand gehalten. Ganz klar - der war interessiert. Männer kaufen nicht so häufig Bikinis, als Geschenk für die Damen werden  andere Dinge bevorzugt, Blumen oder so - was weiß ich. Der junge Mann könnte meine Chance sein. Leider ging er dann nach einiger Zeit, hat sich aber noch in der Tür umgedreht. Wirkte unentschlossen. Ich glaube: Der kommt wieder.

Freitag, 22. Juni 2018

[#WritingFriday] Fliegen

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Fliegen


Schreibaufgabe: Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.




Da ist ein Wunsch, schon lang gehegt;
den Vögeln gleich mich schwerelos erheben,
im Himmel blau hoch oben sanft zu schweben,
und Purzelbäume schlagend leicht bewegt.

Viel Winde drohn hier dem, den Kühnheit trägt,
fliegt im Vertraun auf Ikaroses Schweben,
Gerät und physikal'sche Einheit eben.
Als kleiner Mensch man keine Flügel trägt.

Doch Menschsein heißt auch Mut zu haben,
sich überwinden, Neues träumen -
Ach!, werden mich die Winde tragen?

Den Adlern gleich oder den Raben,
den großen Traum nicht zu versäumen -
Ich werd den Wunsch nun einfach wagen!


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Diese Aufgabe wollte ich in einer festen Form umsetzen, sofern äußerlich, als auch vom Inhalt.

Als Form hab ich mir ein Sonett ausgesucht im Reimschema ABBA ABBA CDE CDE. In den beiden Quartetten wollte ich einen 5-hebigen Jambus haben, abwechselnd männlich und weiblich, d.h., dass die Endsilben bei A betont sind, die Endsilben bei B unbetont.
Für die Terzette wollte ich dann das Tempo anziehen und hab auf einen 4-hebigen Jambus verringert, allerdings mit unbetonten Endsilben.

Mir gefällt das Sonett als Reimform einfach ziemlich, ich finde es ansprechend und anspruchsvoll.

Vom Thema hab ich zunächst die These umgesetzt, also den Wunsch des Fliegens, diese Freiheit, die man dann fühlt. Dann die Antithese, was steht dem entgegen? Gefahren drohen. Nun die Synthese, hier vielleicht mehr eine Konklusio: Zum Fliegen braucht man Mut und ich wage es.

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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den Juni:

Freitag, 15. Juni 2018

[#WritingFriday] Luise mit Buch, ohne Internet

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Luise mit Buch, ohne Internet


Schreibaufgabe: Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde. 

- Fortsetzung von: DAS BUCH - Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.


"Ich kann doch nichts dafür, dass der Mond schon scheint,
und dass nicht der Mond seinen Mondschein schont,
und dass Frau Luise im Wohnheim weint,
weil sie nicht mehr i-h-in Weinheim wohnt.
Tante Luiiiiiiseeeee, Tante Luiiiiisseee!", sang DAS BUCH am frühen Morgen im Falsett. Verschlafen schlug Luise die Augen auf und sah DAS BUCH mit seinem roten Samtumschlag, der Metallöse am Buchrücken und der kleinen Schnalle vor den Seiten. Es machte einen tatendurstigen und fröhlichen Eindruck.
"Ich kann doch nichts dafür, dass der Mond schon scheint...". DAS BUCH sang munter weiter und legte eine gewisse jazzige Dreckigheit in den Gesangt. Luise lauschte fasziniert, das Lied klang groovig und witzig und nach der dritten Wiederholung sang sie mit. DAS BUCH und LUISE beendeten das Lied gleichzeitig und kicherten und DAS BUCH lachte: "Gut zu sehen, dass du nicht nur am jammern bist, sondern auch singen und lachen kannst."


Luise zog eine Grimasse und streckte dem Buch die Zunge raus. Sie hatte gestern DAS BUCH von ihrem tragischen, höhepunktlosen Dasein als Teenager erzählt, gut, dramatisiert und gejammert traf es wohl eher, aber sie war 14, sie durfte das.

Freitag, 8. Juni 2018

[#WritingFriday] DAS BUCH

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DAS BUCH


Schreibaufgabe: Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.


"Schöne Ferien", wünschte der Lehrer der Schulklasse und schloß mit einem Ruck die braune Aktenmappe. Viele der Schüler hatten ihm schon gar nicht mehr richtig zugehört. Es war die letzte Stunde vor den Ferien, Zeugnisvergabe bei ihrem Klassenlehrer. Zunächst hatte erwartungsvolle Spannung in der Luft gelegen, die nach dem Austeilen der Zeugnisse in sich zusammengebrochen war. Schweigend, oft ein wenig bang, hatte jeder der Schüler sein Zeugnisheft geöffnet. Einige seufzten nur und schlugen das Heft gleich wieder zu. Andere konnten ihr Glück kaum fassen und jubelten. Aber alle hatten Diskussionsbedarf und der Lärmpegel in der Klasse war beständig höher geworden, bis ihr Lehrer sie schließlich entlassen hatte. Eine Horde 13- und 14-jähriger auf dem Weg in die Ferien.

Auch Luise packte ihr Zeug zusammen und trottete aus dem Klassenzimmer. Große Ferien, sechs Wochen Nichtstun lagen vor ihr!
"Was hast du in Physik", fragte Bibi aus ihrer kleinen Clique. "Lass mal sehen."
"Grad noch so 'ne 3."
"Haste aber Glück gehabt, du hättest dich nämlich auch mal melden können." Bibi kritisierte gerne andere Leute und tat dabei so, als würde sie gute Ratschläge erteilen. Tatsächlich war sich-freiwillig-melden etwas, das Luise ganz sicher nicht tun würde. Ganz sicher würde sie nicht von sich aus Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf dieses Pickelgesicht, ihren fetten Bauch, ihr häßliches Gesicht mit der dummen Brille. 'Du bist weder fett noch häßlich und Pickel sind normal in deinem Alter', predigte ihre Mutter, aber die hatte ja mal überhaupt keine Ahnung von den schweren Umständen eines leidgeplagten Teenagers.

Freitag, 1. Juni 2018

[#WritingFriday] Gwenny tanzt

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Tanzen in Brasilien


Schreibaufgabe: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.


Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste. Seit längerem war sie nicht mehr sie selbst, Gereiztheit und Trauer beherrschten sie, und so war sie eigentlich nie gewesen. Klar, oberflächlich betrachtet hatte sie alles, was man sich nur wünschen konnte, aber sie merkte, dass es sie nicht froh machte.
Heute morgen war alles wie sonst gewesen, sie frühstückte mit den Kindern in der Küche. Manfred kam grummelnd, auch wie immer, in die Küche, schmierte sich Butter auf seine Brezel und nahm sie und die Kinder mit ins Auto. Nur kurz danach hetzte auch sie zu ihrem Job. Rechtsanwaltsfachgehilfin, sie langweilte sich durch den Tag und war doch voller Anspannung. Nachmittags zuhause, ein gepflegtes Nebeneinander von ihr und Manfred, unterschwellige Gereiztheit. Und tief in ihr diese Sehnsucht.
Leid tat es ihr um die Kinder. Sie betrachtete die verstruppelten Haare der Zwillinge, die leise schnarchend im Kinderzimmer schliefen. Aber was hatten sie von einer Mutter, die innerlich tot war, die nicht mehr glücklich war in diesem Leben?
Schon seit Wochen hatte sie alles besorgt und vorbereitet, fast wie unbewusst, auch das wurde ihr nun klar. In ihrer Handtasche der Reiseführer von Rio de Janeiro, der Reisepaß verlängert, der Check-up beim Zahnarzt, im Job alles an Projekten abgeschlossen, ein Brief an Manfred und einer an die Kinder, einen Stapel Reals und ausgedruckte Listen von Hotels, Pensionen und Tanzstudios. Und schließlich, seit heute mittag, ein Flugticket. Ihr Flug würde um kurz nach Mitternacht gehen, es war Zeit, sich auf dem Weg zu machen.
"Warte nicht auf mich, es wird spät bei Katrin."
Manfred nickte nur und sie zog vorsichtig die Haustür ins Schloß. Sie fühlte sich so lebendig wie schon lange nicht mehr. Schon bald würde sie in Rio de Janeiro sein und ihren Traum verwirklichen: Tanzen in Brasilien.


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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den Juni:

  • Ein freier Tag ohne Smartphone, Internet und Co, schreibe auf wie dieser bei dir aussehen würde.
  • Erzähle uns von einem Wunsch, denn du aus Angst noch nie angegangen bist.
  • Der Sommer beginnt, erzähle aus der Sicht eines Bikinis.
  • Du findest auf der Strasse ein Buch, welches sehr mitgenommen aussieht, plötzlich fängt es an mit dir zu sprechen. Schreibe das Gespräch auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gwenny hatte nun endlich begriffen, dass sie weg gehen musste.“ beginnt.

Freitag, 25. Mai 2018

[#WritingFriday] Joghurt ist alle

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Joghurt ist alle


Schreibaufgabe: Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.


Vielen Dank, Kühl Schrank, dass wir Sie zum Essverhalten von Daniela interviewen dürfen. Vielleicht gleich zu Anfang eine indiskrete Frage - wann werden Sie gefüllt?

Eine interessante Frage. Einmal im Monat werde ich prall gefüllt mit allen möglichen Lebensmitteln. Zwischendurch werde ich dann meist nur aufgefüllt mit frischen Sachen wie Salat. Aber es gibt ein wichtiges Ereignis, da geht Daniela sofort los und kauft ein!
Und was ist das für ein Ereignis?
Joghurt ist alle!!
Uh - dramatisch. Also, Joghurt ist sehr wichtig für Daniela.
Ja, und dabei ist sie sehr eigen, sie mag nur die vollfette und stichfeste Variante!
Hat sie denn noch mehr solcher Marotten - oder sollten wir eher von Vorlieben sprechen?
Wenn sie harte Eier isst, dann müssen die richtig hart sein, das versteht kaum einer. Minimum 15 Minuten Kochzeit. Ganz ganz hart.
Was gibt es sonst noch zu essen im Hause Daniela?
Es ist meistens eine Paprika da, die wird für Paella gebraucht. Oliven und Kapern sind da für Pizza. Zucchini für Zucchinispaghetti.
Zucchinispaghetti? Das klingt ja interessant.
Ja, damit hat Daniela an die 30 Kilo abgenommen. Nicht nur damit, aber das war ein wichtiger Bestandteil. Schmeckt gut und hat kaum Kalorien.
Das ist ja pfiffig. Dann ernährt sie sich eher gesund?
Auf jeden Fall ist sie ein großer Fan von Salaten, deshalb ist meistens Salat da, und Senf, für die Senfsauce. 
Vorbildlich - aber gibt es nicht etwas mit mehr Kalorien?
Also, Käse geht immer....
Bisher haben Sie nur vegetarische Sachen erwähnt. Ist Daniela denn Vegetarierin?
Nein, sie ist keine Vegetarierin, aber isst nur selten Fleisch. Ab und zu findet sich mal ein Schinken oder Fleisch, Fisch dann schon eher - oder Meeresfrüchte. Und natürlich Räucherlachs, für Sushi!
Sushi, lecker. So, und nun verraten Sie uns bitte die größte Schwäche, die sich in Ihnen befindet.
Ein Klassiker - Schokolade. Daniela legt sie in eine Tupperschüssel und dann ganz nach unten ins Gemüsefach, so als psychologisches Hindernis, damit sie seltener zur Schokolade greift.
Und - funktioniert es?
Nein.
Haha!! Vielen Dank für das aufschlußreiche Interview, Kühl Schrank!


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Die Themen für den Mai:

  • Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen.
  • Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons, lüg dabei und lass deine Fantasie spielen!
  • Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat.
  • Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren dass…“ beginnt.

Freitag, 18. Mai 2018

[#WritingFriday] Rate rate was ist das ...

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Rate rate was ist das ...


... es ist kein Fuchs und ist kein Has'. 

 

Schreibaufgabe: Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen.


Ein Mädchen verliebt sich in den neuen Jungen an ihrer Schule, aber es stellt sich raus, dass er ein Vampir ist und ihr Blut begehrt.

Ein verwöhntes Mädchen und ein hypochondrischer Junge im Rollstuhl erobern mit Hilfe eines Naturburschenen einen geheimen Garten.

Eine Expedition dringt durch lange Gänge in die Tiefen der Erde vor und findet dort unter anderem Dinosaurier.


Ratet gerne mit! Welche Bücher sind gemeint? Ist nicht so schwer, oder?

Lösung:
Bis(s) - Twilight
Der geheime Garten
Reise zum Mittelpunkt der Erde


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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den Mai:

  • Fasse drei berühmte Bücher in je einem Satz zusammen.
  • Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons, lüg dabei und lass deine Fantasie spielen!
  • Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat.
  • Dein Kühlschrank wird über dein Essverhalten interviewt. Schreibe das Interview auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Es begann damit, dass wir alles vertuschen mussten, denn niemand darf erfahren dass…“ beginnt.

Freitag, 11. Mai 2018

[#WritingFriday] Meister Tzang und die Ehrlichkeit

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Meister Tzang und die Ehrlichkeit


Schreibaufgabe: Schreibe einen Aufsatz über die Erfindung des Telefons, lüg dabei und lass deine Fantasie spielen!



Auf dem Weg zur Geschichtsunterweisung bei Meister Tzang hatten Oli und Janos, die kleine Tiprina im Schlepptau, wie immer getrödelt. Oder, wie die beiden, das sahen, waren plötzlich auf wichtige Aufgabe gestoßen, die sie dann auch gleich und ohne Verzögerung erledigten. Die große Zeder, an der die beiden vorbeikamen, Oli hatte beim Vorbeilaufen bemerkt, dass einer der großen Adler dort oben saß und bei ihrem Näherkommen wegflog. Die beiden Jungs hatten etwas genauer hingeschaut und meinten, einen Horst in den Wipfeln zu erkennen. Es war durchaus von wissenschaftlichem Interesse, die Plätze der Horste der großen Steinadler zu kennen, und die Forscher in der Siedlung sicherlich äußerst interessiert. Also war es doch nur logisch, ja, geradezu ihre Pflicht, sich die Sache genauer anzusehen.

Freitag, 4. Mai 2018

[#WritingFriday] Olivier berichtet

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Olivier berichtet


Schreibaufgabe: Schreibe das Ende einer Geschichte, ohne zu erzählen wie das ganze begonnen hat


“Wieso hat denn der Herzog nicht die Behörden verständigt oder deine Angehörigen gesucht, sondern dich einfach mitgenommen?”

Olivier verstand die Frage nicht. “Aber unsere Mutter hat ihn doch gebeten, sich um mich zu kümmern. Und er hat ihr sein Wort gegeben und sich um mich gekümmert. Was hätte er denn sonst tun sollen?”

“Kümmern, ja, aber das war doch kein Auftrag für eine Adoption!”

“Für den Herzog war es das.”

Freitag, 27. April 2018

[#WritingFriday] Eklat in der Dorfkneipe

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Eklat in der Dorfkneipe


Bei einem großen Familienfest erfährt die Familie, dass Heinz und Erika in einer offenen Beziehung leben


Es war Heinz runder Geburtstag. Groß wollte er noch mal feiern, im Dorfrestaurant "Löwen" hatte er den großen Saal gemietet, 60 Personen - hauptsächlich Familie, aber auch alte Freunde und Vereinskollegen, hatten sich versammelt und erwarteten eine zwar schöne, aber auch etwas gediegene Veranstaltung. Keiner ahnte, was für eine verbale Bombe heute platzen sollte, als Erika nach dem ersten Gang aufstand um eine Rede zu halten. Sie war noch nie eine große Rednerin gewesen, und dass sie während der ganzen Rede nervös an ihrer Perlenkette zuppelte und so auch die Falten an ihrem Hals in Bewegung setzte, machte das Ganze nicht besser. Zweimal musste sie ihre Rede abrechen, weil Heinz an seinem Hörgerät herumfummelte, bis es endlich gut eingestellt war.
"Wir kennen und lieben uns seit 70 Jahren, lieber Heinz. Als wir zusammenkamen, das war das beste, was mir je passiert ist. Und das wir damals beschlossen, eine offene Beziehung zu haben und auch mit anderen zu schlafen, das war die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Wer weiß, ob wir sonst so lange zusammengeblieben wären. Also - auf dein Wohl, lieber Heinz", sprach sie und hob das Sektglas zum Prost.

Betretenes Schweigen breitete sich im Saal aus, und große Augen wurden gemacht. Nur die ganz Beherzten unter den Gästen hoben das Sektglas rechtzeitig reflexartig zum Prost, was den Großteil der Gäste etwas hektisch und sehr verspätet auch zum Sektglas greifen ließ. Der Prost war genauso aus der Fassung geraten wie die Gäste.

Freitag, 20. April 2018

[#WritingFriday] Von schwangeren Gläubigen, einem magischen Telefonat und einem Mann ohne Hand

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Von schwangeren Gläubigen, einem magischen Telefonat und einem Mann ohne Hand


Fortsetzung der Geschichte "Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen" und die #Writing-Friday-Aufgabe "Eine Frau verwählt sich und landet bei einem fremden Mann. Unerwartet beenden sie das Gespräch aber mit einer Verabredung. Schreibe das Telefonat dazu auf."


Fassunglos hörte Marlene Lukas' Geständnis zu. Er war sterilisiert, konnte nach medizinischem Stand gar keine Kinder zeugen und hatte ihr es jahrelang verschwiegen, sie Monat für Monat hoffen lassen, schwanger zu werden. Alles, weil er zu feige war, die Lüge aufzulösen. Und je länger es andauerte, umso schwieriger sei es gewesen. Hatte er überhaupt eine Ahnung, in welchen Schmerz er sie dadurch stürzte? In einen Schmerz, der unnötig gewesen wäre. Ihr Glaube war ihr eine Hilfe gewesen, um ihren Frieden mit dem Schmerz zu machen. Ein Schmerz, an dem Lukas' Schweigen Schuld gewesen war.
Als Lukas fertig war mit seiner Beichte, sah er voller Angst zu Marlene, aber gleichzeitig fühlte er, dass eine große Last von seiner Seele purzelte.
Marlene hingegen war noch immer wie betäubt. Von dem ganz großen Glücksgefühl fiel sie innerhalb weniger Minuten in eine Enttäuschung, von der sie nicht geglaubt hatte, dass es sie überhaupt geben könnte. "Lass mich allein", brachte sie tonlos hervor. Lukas machte einen halben Schritt auf sie zu, aber ein Blick auf ihre Miene brachte ihn zu der Überzeugung, es sei besser, sich zu trollen. "Bin bei den Schneckis", murmelte er. Ja, natürlich, sein Schneckenzimmer, da war er sowieso stundenlang und da konnte er, wenn es nach Marlene ging, erstmal bleiben. Die Schneckis waren für ihn wie seine Babys - und nun würde er mit Marlene zusammen ein Baby haben.
"Oh mein Gott, was soll ich tun?" Marlene ließ sich auf das Sofa sinken. Das Telefon klingelte und am Display sah Marlene, dass es ihre Freundin Lucy war. Gut, ein bisschen Ablenkung würde ihr nicht schaden. Ob sie schon bereit war, über Lukas Verrat zu reden, wusste Marlene allerdings nicht.

Freitag, 13. April 2018

[#WritingFriday] Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen

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Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen


Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah, wie ...


Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah, wie seine Rennschnecke Elfi von Nicolas' Superknark überholt wurde. Elfi lag, wie erwartet, die ganze Zeit vorne, doch dann kam Superknark, holte langsam, aber unerbittlich auf und kroch schließlich an Elfi vorbei. Fast schon verwundert neigte Elfi seine Fühler nach links und schien Superknark anzusehen, doch dieser kroch ungerührt weiter, dem Ziel näher kommend.

Was hatte Lukas nicht alles in Elfi investiert. Es war das Ergebnis zahlreicher Züchtungen, die Champions der letzten Saisons hatte Lukas gekreuzt. Doch nicht nur auf die reinen Gewinne kam es ihm dabei an, er achtete auch auf Faktoren wie geradliniege Kriechspur, konstante Schleimerzeugung und einen kompakten Körperbau, der es seinen Rennschnecken ermöglichte, besonders effizient vorwärtszurutschen.

Freitag, 6. April 2018

[#WritingFriday] Erster, verstörender, Arbeitstag im Krankenhaus

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Harte Liebe

Du hast gerade deinen ersten Arbeitstag als Assistenzarzt im Krankenhaus. Beschreibe einer Freundin ein besonders verstörendes Erlebnis.


Else, ich bin jetzt auf dem Weg heim. Ja, jetzt erst. Ich bin völlig fertig. Emotional völlig ausgelaugt. Vielleicht schul ich ja um und werde auch Floristin, haha.

Nein, eigentlich ist mir nicht zum Lachen zumut, ich frag mich schon, was ich hier mach.

Also, da war dieses Paar, die standen schon so schlurfig an der Anmeldung. Er mit fleckigem weißem Hemd, fettigen langen Haaren, graue Jogginghose, so ganz klischeehaft. Darüber aber eine hellbraune, teure Lederjacke, goldenes Armband. Sie in einem kurzem roten Rock, hellblaues, nicht passendes Oberteil. Die Nase schief, Blutflecke darauf und ein Pflaster. Eine Mundseite eingefallen, die Zähne fehlen. Sie sah abgehärmt aus und gleichzeitig zickig, sicherlich war sie auch noch gar nicht so alt, wie sie aussah.

Zunächst dachte ich, wir sollten uns um die Nase kümmern. "Ach, das, nein, das is alt", nuschelte sie und das es um das Kind geht. Das Kind steckte beim Mann unter der Lederjacke, ein kleines Ding mit dürren Steckenbeinen. Hätte sich erbrochen, sagten sie und jetzt schliefe es die ganze Zeit.

Schliefe! Du meine Güte. Bewusstlos war es und hat nur ganz flach geatmet. Wir die komplette Palette abgezogen, Beatmung, Diagnostik. Und er erstmal eine rauchen. Sie nur hin und her getigert und irgendwas geredet. Ich hab sie gefragt, ob sie das Kind geschüttelt hat. Nein, das sei plötzlich so gewesen. Sie hätten gar nichts gemacht. Aber das war ein Schütteltrauma, sagt auch mein Chef. Das Kind wird überleben, aber es ist noch nicht klar, was es vielleicht zurückbehält - Epilepsie, Blindheit, geistige Behinderungen. Als wir gesagt haben, dass wir es erstmal hierbehalten müssen, haben die Eltern einfach gesagt "Ach so" und sind dann davongeschlurft.

Ich bin Ärztin geworden, um Leben zu retten, aber mich macht es wütend, wie respektlos manche Menschen mit ihren Kindern umgehen. Und dann muss ich an mein Kind denken, an Bobby, so habe ich es für mich genannt, mein Bobby, für den ich alles getan hätte und es nicht konnte, Bobby, der in meinem Körper starb - und dann sehe ich diese Eltern an und ich bin wütend und traurig zur gleichen Zeit. Ich weiß, wenn ich professionell sein will, ein guter Assistenzarzt, dann muss ich damit wohl irgendwie klarkommen. Aber heute sehe ich nicht, wie...

Nein, das war kein guter Tag und vielleicht sollte ich tatsächlich Floristin -

Lass dich mal umarmen, du Liebe.



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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den April:
  • Du hast gerade deinen ersten Arbeitstag als Assistenzarzt im Krankenhaus. Beschreibe einer Freundin ein besonders verstörendes Erlebnis.
  • Bei einem grossen Familienfest erfährst du, dass deine Grosseltern bereits seit vielen Jahren in einer offenen Beziehung leben. Schreib die Szene auf, die sich nach diesem Geständnis ergibt.
  • Verfasse einen Dankesbrief an den Erfinder von Zahnpasta.
  • Eine Frau verwählt sich und landet bei einem fremden Mann. Unerwartet beenden sie das Gespräch aber mit einer Verabredung. Schreibe das Telefonat dazu auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz; „Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah wie…“ beginnt.

Freitag, 30. März 2018

[#WritingFriday] Maja sagt (nicht) die Wahrheit

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Maja sagt (nicht) die Wahrheit

Schreibe den Anfang einer Geschichte, die mit dem Satz beginnt: Natürlich hätte man längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte.


Natürlich hätte man längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte. Im Nachhinein klang ihre Geschichte zu fabelhaft, um wahr zu sein. Man hätte die Fakten nachprüfen können, angefangen mit einer Abfrage, ob eine Maja Sword, geboren 2248 auf Bortal, überhaupt existierte. Andererseits hatten Majas Vorgesetzte sie mit einer Scheinidentität versehen, dessen Datengrundlage gut gefälscht war. Da musste man schon genau hinsehen, um die Lücken zu erkennen.

Und Maja war eine geübte Lügnerin. Obwohl - vielleicht ist Lügnerin nicht das richtige Wort, denn Maja glaubte in dem Moment selbst an ihre Lügen. Für sie war es in diesem Augenblick die Wahrheit. Aus diesem Grund war sie auch so erfolgreich als Doppelagentin, sie beherrschte mühelos das Spiel mit doppelten Identitäten, einander überlappenden Lebensläufen, mit Lüge, Wahrheit und den Graustufen dazwischen. Dazu wirkte sie absolut harmlos, fast schon naiv, und die Leute wollten ihr auch einfach glauben.

Gerade hatte Maja, in ihrer Rolle als Aleina Krom, dem cardassianischen Geheimdienst berichtet. Die Cardassianer waren recht zufrieden gewesen mit den Informationen über politische Pläne, Transportrouten von waffenfähiger Antimaterie und weiterem. Der Geheimdienst der Sternenflotte sorgte dafür, dass es zwar korrekte Informationen waren, aber zum Großteil von geringem Wert. Doch natürlich konnte Maja nicht nur nutzlose Informationen nach Cardassia weitergehen, denn dann hätte sie sich selbst als nutzlos und entbehrlich gekennzeichnet und hätte keine Informationen zurückschmuggeln können, die von Nutzen für die Sternenflotte. Ein paar der Informationen mussten also tatsächlich den Cardassianern nutzen. In schwachen Momenten dachte Maja, dass beiden Mächten mit einer offenen Politik besser gedient wäre als mit dieser ganzen Spioniererei.

Doppelagenten leben gefährlich, das wusste Maja, und oft schon hatte sie sich gefragt, wie lang sie dieses Leben noch führen würde. Ihre Vorgesetzten bei der Sternenflotte hatten natürlich längst für diesen Fall vorgesorgt. Ein sicherer Weg aus dem Cardassianischen Raum heraus, eine neue Tarnidentität, ein Häuschen nach ihrer Wahl in einem sicheren Gebiet - wenn sich Maja entschied, die Spionagetätigkeit an den Nagel zu hängen, konnte sie sicher sein, ein gutes Leben zu führen. Wenn, ja wenn sie dann in den Raum der Föderation zurückkehrte.

Maja seufzte. "Na", sagte Gebor zärtlich und kam auf sie zu. An seine Schulter schmiegte sich verschlafen ein kleines Mädchen, seine Tochter und Majas Adoptivtochter. Maja gab ihr einen Kuss auf ihre roten Wangen und Gebor streichelte ihr sanft über das Haar. "Ich bin froh, dass du wieder da bist, du warst diesmal lange fort." "Ja,", sagte Maja und schluckte "aber nun bin ich erstmal wieder da." Nein, die Dinge standen beileibe nicht so einfach für sie, wie ihre Vorgesetzen das glauben mochten.



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Heute wollte ich erneut eine Geschichte schreiben, die im Star-Trek-Universum spielt. Dennoch funktioniert sie auch so, denke ich. Und die Ereignisse der jüngsten Zeit, sprich: vergifteter russischer Doppelagent, haben mich auch inspiriert. Bei dieser Aufgabe muss ich aber gestehen, dass ich lange keinen Plan hatte. Mit diesem letzten #WritingFriday im März hab ich auch alle Aufgaben erfüllt!

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Den #WritingFriday hat Elizzy von Readbooksandfallinlove  ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  egal, Hauptsache, man übt das kreative Schreiben. Ich bin schon gespannt, wie euch meine literarischen Gehversuche gefallen. Konstruktive Kritik und auch Lob sind gern gesehen.

Die Themen für den März:

Freitag, 23. März 2018

[#WritingFriday] Beschreibe Gesicht und Gestik eines geliebten Menschen

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Talena und Sallir

Gesicht und Gestik einer geliebten Person


Das Volk der Vulkanier glaubt, dass sich die Liebe zwischen Ehepaaren mit der Zeit von alleine einstellt. Ehen werden zwischen Kinder arrangiert und dabei wird zwar auf eine gewisse Kompatibilität der Verlobten geachtet, aber es stehen auch andere Dinge im Vordergrund.

Talenas Ehe war insofern eine Ausnahme. Sie und ihr jetziger Ehemann Sallir wurden nicht als Kinder verlobt, tatsächlich waren sie bei ihrer Verlobung schon fast junge Erwachsene. Talena war als Kind verlobt worden, gemäß der Tradition, doch als ihr junger Verlobter schon mit 10 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, war das für Talena ein derart traumatisches Erlebnis gewesen, dass ihre Eltern mit einer neuerlichen Verlobung zögerten. Und die Dinge lagen bei Sallir noch komplizierter.

Als er mit seiner Familie nach Vulkan zog, geschah das aus mehreren Gründen. Einer davon war, dass er nun auch eine Verlobte finden sollte. Die Verbindung zwischen Talena und Sallir war eine logische Wahl und von den beiden Familien gut durchdacht. Auch Talena und Sallir fanden sich gegenseitig sympathisch, was von den Entscheidungsträgern der Familien allgemein als gutes Zeichen gedeutet wurde. Doch weder Talena noch Sallir offenbarten darüber hinaus, dass sie sich auch unlogischerweise ineinander verliebt hatten.

Neben diese Liebe trat nun auch die Vertrautheit. Talena kannte jede Regung von Sallir. Wie er leicht die Augen zusammenkniff, bevor er seinen untergebenen Ärzten ein Kommando gab. Er hatte eine angeborene Fähigkeit, andere zu führen und zu leiten, und sein Team vertraute ihm. Auch, weil er sehr ernsthaft und mit großem Engagement seine Stelle ausfüllte.

Vor einer Operation zog er die Stirn glatt und ging in eine Kurzmedidation. Talena wusste, dass er völlig in seine Aufgabe versank. Für ihn gab es dann nur diesen Patienten und diese Operation. Bei einer Operation einen Patienten zu verlieren war etwas, das er nur schwer akzetpieren konnte. Im Gespräch mit Patienten fokussierte er sich ganz auf sie. Ein Zeichen seiner Wertschätzung und seiner Berufung als Arzt, fand Talena.

Privat war er natürlich einfach Sallir, ihr Mann. Seine dunkelbraunen Augen hatten diese leichten Fältchen und seine Wimpern waren für einen Mann außergewöhnlich dicht und lang. Entgegen der herrschenden Mode standen seine Haare über der Stirn nach oben, teilweise in einem chaotischen Wirbel. Und sein Kinn hatte dieses Grübchen. Er hatte ein bestimmtes Lächeln, das nur ihr galt, und dass von einem Außenstehenden gar nicht erkennbar gewesen wäre. Und dann diesen besonderen anderen Blick, den Talena mit einer hochgezogenen Augenbraue beantwortete, bevor sie langsam ihr Kleid zu Bogen sinken ließ und auf ihn zutrat...

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Diesesmal hab ich mich inspiriert gefühlt, in Richtung Star-Trek-Fanfiction zu gehen. Es ist gar nicht so einfach, solche einen Fan-Text zu schreiben. Seid gnädig, es ist mein erster Gehversuch in diese Richtung.

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Den #WritingFriday hat Elizzy von Readbooksandfallinlove  ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  egal, Hauptsache, man übt das kreative Schreiben. Ich bin schon gespannt, wie euch meine literarischen Gehversuche gefallen. Konstruktive Kritik und auch Lob sind gern gesehen.

Die Themen für den März:
  • Ferdinand Friedrich läuft im Jahr 2073 über die Frankfurter Buchmesse und schreibt von dort seiner Frau Martha eine Postkarte
  • Du lebst als Obdachloser auf der Strasse. Beschreibe deinen Blick auf die Menschen, die vorbeigehen.
  • Beschreibe Gesicht und Gestik eines Menschen, den du liebst.
  • Schreibe den Anfang einer Geschichte, die mit dem Satz beginnt: Natürlich hätte man längst wissen können, dass Maja nicht die Wahrheit sagte.
  • Schreibe eine Liebeserklärung an dein erstes Fahrrad / Auto.
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